Empirismus
Wissenschaft
© 2016
- 2026
Grundidee|
Historische Zitate|
Definition von Empirismus|
Arbeitsmethode: empirisch|
Beispiele|
Eisenfressende Straußen|
Die Himmelssphären der Astronomie|
Heilen Heilsteine wirklich?|
Geometrie|
Naturwissenschaften als strenger Empirismus|
Anfänge in der Scholastik?|
Was ist das Novum organum?|
Fußnoten
Grundidee
Die Physik ist eine empirische Wissenschaft, die Mathematik aber nicht: der Unterschied ist, dass man bei der Physik jede Theorie an praktischen Versuchen oder Beobachtungen der Wirklichkeit überprüfen muss. Das ist in der Mathematik nicht der Fall. Dort genügen rein logische Argumente. Das ist hier näher vorgestellt.
Historische Zitate
ZITAT:
Alhazen, 1021: "Wir sollten die Eigenschaften der Einzelfälle unterscheiden und durch Induktion zusammentragen, was dem Auge beim Sehen zukommt und was sich in der Wahrnehmung als gleichförmig, unveränderlich, offenkundig und unzweifelhaft erweist. Danach sollten wir in unserer Untersuchung und unseren Überlegungen schrittweise und geordnet vorgehen, die Voraussetzungen kritisch prüfen und bei Schlussfolgerungen Vorsicht walten lassen. Bei allem, was wir untersuchen und überprüfen, sollten wir uns um Gerechtigkeit bemühen, statt Vorurteilen zu folgen, und bei all unseren Urteilen und kritischen Prüfungen darauf achten, die Wahrheit zu suchen und uns nicht von Meinungen beeinflussen zu lassen." [15]
Alhazen, 1021: "Wir sollten die Eigenschaften der Einzelfälle unterscheiden und durch Induktion zusammentragen, was dem Auge beim Sehen zukommt und was sich in der Wahrnehmung als gleichförmig, unveränderlich, offenkundig und unzweifelhaft erweist. Danach sollten wir in unserer Untersuchung und unseren Überlegungen schrittweise und geordnet vorgehen, die Voraussetzungen kritisch prüfen und bei Schlussfolgerungen Vorsicht walten lassen. Bei allem, was wir untersuchen und überprüfen, sollten wir uns um Gerechtigkeit bemühen, statt Vorurteilen zu folgen, und bei all unseren Urteilen und kritischen Prüfungen darauf achten, die Wahrheit zu suchen und uns nicht von Meinungen beeinflussen zu lassen." [15]
ZITAT:
Avicenna, 1025: "Die Wirksamkeit von Arzneimitteln lässt sich auf zwei Arten feststellen: zum einen durch Analogieschlüsse, zum anderen durch Experimente. [...] Experimentieren führt zu sicherem Wissen über die Wirksamkeit eines Arzneimittels, sofern bestimmte Bedingungen berücksichtigt werden." [16]
Avicenna, 1025: "Die Wirksamkeit von Arzneimitteln lässt sich auf zwei Arten feststellen: zum einen durch Analogieschlüsse, zum anderen durch Experimente. [...] Experimentieren führt zu sicherem Wissen über die Wirksamkeit eines Arzneimittels, sofern bestimmte Bedingungen berücksichtigt werden." [16]
ZITAT:
Albertus Magnus, 1251: "Bei der Untersuchung der Natur sollten wir nicht danach fragen, wie Gott, der Schöpfer, nach seinem freien Willen seine Geschöpfe einsetzen kann, um Wunder zu wirken und dadurch seine Macht zu zeigen. Vielmehr sollten wir untersuchen, was die Natur durch ihre innewohnenden Ursachen auf natürliche Weise hervorbringen kann." [17]
Albertus Magnus, 1251: "Bei der Untersuchung der Natur sollten wir nicht danach fragen, wie Gott, der Schöpfer, nach seinem freien Willen seine Geschöpfe einsetzen kann, um Wunder zu wirken und dadurch seine Macht zu zeigen. Vielmehr sollten wir untersuchen, was die Natur durch ihre innewohnenden Ursachen auf natürliche Weise hervorbringen kann." [17]
ZITAT:
Albertus Magnus, 1256: "Denn bei solchen Dingen verschafft allein das Experiment Gewissheit." [18]
Albertus Magnus, 1256: "Denn bei solchen Dingen verschafft allein das Experiment Gewissheit." [18]
ZITAT:
Albertus Magnus, 1251: "Bei der Untersuchung der Natur sollten wir nicht danach fragen, wie Gott, der Schöpfer, nach seinem freien Willen seine Geschöpfe einsetzen kann, um Wunder zu wirken und dadurch seine Macht zu zeigen. Vielmehr sollten wir untersuchen, was die Natur durch ihre innewohnenden Ursachen auf natürliche Weise hervorbringen kann." [19]
Albertus Magnus, 1251: "Bei der Untersuchung der Natur sollten wir nicht danach fragen, wie Gott, der Schöpfer, nach seinem freien Willen seine Geschöpfe einsetzen kann, um Wunder zu wirken und dadurch seine Macht zu zeigen. Vielmehr sollten wir untersuchen, was die Natur durch ihre innewohnenden Ursachen auf natürliche Weise hervorbringen kann." [19]
ZITAT:
Roger Bacon, 1268: "Es gibt zwei Wege, Wissen zu erwerben: den einen durch Vernunft, den anderen durch Experiment. Eine Argumentation gelangt zu einer Schlussfolgerung und zwingt uns, sie anzuerkennen; sie verschafft uns jedoch weder Gewissheit noch beseitigt sie Zweifel so vollständig, dass der Geist in der unmittelbaren Erkenntnis der Wahrheit zur Ruhe kommt, sofern er diese Gewissheit nicht durch Erfahrung erlangt." [20]
Roger Bacon, 1268: "Es gibt zwei Wege, Wissen zu erwerben: den einen durch Vernunft, den anderen durch Experiment. Eine Argumentation gelangt zu einer Schlussfolgerung und zwingt uns, sie anzuerkennen; sie verschafft uns jedoch weder Gewissheit noch beseitigt sie Zweifel so vollständig, dass der Geist in der unmittelbaren Erkenntnis der Wahrheit zur Ruhe kommt, sofern er diese Gewissheit nicht durch Erfahrung erlangt." [20]
ZITAT:
Johannes Buridanus, 1330: "Wenn ein Beweger einen Körper in Bewegung setzt, überträgt er ihm einen bestimmten Impetus, das heißt eine bestimmte Kraft, die den Körper befähigt, sich in der Richtung zu bewegen, in die der Beweger ihn in Bewegung gesetzt hat, sei es aufwärts, abwärts, seitwärts oder im Kreis. Der übertragene Impetus nimmt im gleichen Verhältnis wie die Geschwindigkeit zu. Aufgrund dieses Impetus bewegt sich ein Stein weiter, nachdem der Werfende aufgehört hat, ihn zu bewegen. Da jedoch der Luftwiderstand und auch die Schwerkraft des Steins, die der durch den Impetus verursachten Bewegung entgegenwirken, diesem entgegenarbeiten, wird der Impetus fortwährend schwächer. Deshalb wird die Bewegung des Steins allmählich langsamer, bis der Impetus so weit abgenommen hat oder vollständig aufgehoben ist, dass die Schwerkraft des Steins überwiegt und ihn zu seinem natürlichen Ort bewegt. Meiner Ansicht nach kann man diese Erklärung akzeptieren, weil sich die anderen Erklärungen als falsch erweisen, während alle beobachteten Phänomene mit dieser Erklärung übereinstimmen." [21]
Johannes Buridanus, 1330: "Wenn ein Beweger einen Körper in Bewegung setzt, überträgt er ihm einen bestimmten Impetus, das heißt eine bestimmte Kraft, die den Körper befähigt, sich in der Richtung zu bewegen, in die der Beweger ihn in Bewegung gesetzt hat, sei es aufwärts, abwärts, seitwärts oder im Kreis. Der übertragene Impetus nimmt im gleichen Verhältnis wie die Geschwindigkeit zu. Aufgrund dieses Impetus bewegt sich ein Stein weiter, nachdem der Werfende aufgehört hat, ihn zu bewegen. Da jedoch der Luftwiderstand und auch die Schwerkraft des Steins, die der durch den Impetus verursachten Bewegung entgegenwirken, diesem entgegenarbeiten, wird der Impetus fortwährend schwächer. Deshalb wird die Bewegung des Steins allmählich langsamer, bis der Impetus so weit abgenommen hat oder vollständig aufgehoben ist, dass die Schwerkraft des Steins überwiegt und ihn zu seinem natürlichen Ort bewegt. Meiner Ansicht nach kann man diese Erklärung akzeptieren, weil sich die anderen Erklärungen als falsch erweisen, während alle beobachteten Phänomene mit dieser Erklärung übereinstimmen." [21]
ZITAT:
Francis Bacon, 1620: "In der Naturgeschichte wird nichts richtig untersucht, überprüft, aufgezeichnet, gewogen oder gemessen, wenn die Beobachtung unbestimmt und vage bleibt; eine solche Beobachtung führt zu irreführenden und unsicheren Informationen." [22]
Francis Bacon, 1620: "In der Naturgeschichte wird nichts richtig untersucht, überprüft, aufgezeichnet, gewogen oder gemessen, wenn die Beobachtung unbestimmt und vage bleibt; eine solche Beobachtung führt zu irreführenden und unsicheren Informationen." [22]
ZITAT:
Christiaan Huygens, 1690: "Das ist dann der Fall, wenn die Dinge, die ausgehend von den angenommenen Prinzipien bewiesen wurden, vollkommen mit den Phänomenen übereinstimmen, die durch Erfahrung beobachtet worden sind; insbesondere dann, wenn es sich um eine große Zahl solcher Phänomene handelt, und vor allem dann, wenn sich neue Phänomene erdenken und voraussagen lassen, die aus den verwendeten Hypothesen folgen müssten, und wenn sich herausstellt, dass die Tatsachen mit unseren Vorhersagen übereinstimmen." [23]
Christiaan Huygens, 1690: "Das ist dann der Fall, wenn die Dinge, die ausgehend von den angenommenen Prinzipien bewiesen wurden, vollkommen mit den Phänomenen übereinstimmen, die durch Erfahrung beobachtet worden sind; insbesondere dann, wenn es sich um eine große Zahl solcher Phänomene handelt, und vor allem dann, wenn sich neue Phänomene erdenken und voraussagen lassen, die aus den verwendeten Hypothesen folgen müssten, und wenn sich herausstellt, dass die Tatsachen mit unseren Vorhersagen übereinstimmen." [23]
ZITAT:
Isaac Newton, 1713: "In dieser Naturphilosophie werden einzelne Aussagen aus den Phänomenen abgeleitet und anschließend durch Induktion verallgemeinert." [24]
Isaac Newton, 1713: "In dieser Naturphilosophie werden einzelne Aussagen aus den Phänomenen abgeleitet und anschließend durch Induktion verallgemeinert." [24]
ZITAT:
Albert Einstein, 1921: "Gewöhnlich untersucht man die Geometrie losgelöst von jeder Beziehung zwischen ihren Begriffen und der Erfahrung. Es hat Vorteile, das rein Logische und von der Erfahrung Unabhängige zu isolieren, was im Prinzip einem unvollständigen Empirismus entspricht. Für den reinen Mathematiker ist dies befriedigend. Er ist zufrieden, wenn er seine Theoreme korrekt aus Axiomen ableiten kann, das heißt, ohne logische Fehler. Die Frage, ob die euklidische Geometrie wahr ist oder nicht, interessiert ihn nicht. Für unseren Zweck ist es jedoch notwendig, die grundlegenden Begriffe der Geometrie mit natürlichen Gegenständen zu verknüpfen; ohne eine solche Verknüpfung ist die Geometrie für den Physiker wertlos. Den Physiker interessiert die Frage, ob die geometrischen Theoreme wahr sind oder nicht." [25]
Albert Einstein, 1921: "Gewöhnlich untersucht man die Geometrie losgelöst von jeder Beziehung zwischen ihren Begriffen und der Erfahrung. Es hat Vorteile, das rein Logische und von der Erfahrung Unabhängige zu isolieren, was im Prinzip einem unvollständigen Empirismus entspricht. Für den reinen Mathematiker ist dies befriedigend. Er ist zufrieden, wenn er seine Theoreme korrekt aus Axiomen ableiten kann, das heißt, ohne logische Fehler. Die Frage, ob die euklidische Geometrie wahr ist oder nicht, interessiert ihn nicht. Für unseren Zweck ist es jedoch notwendig, die grundlegenden Begriffe der Geometrie mit natürlichen Gegenständen zu verknüpfen; ohne eine solche Verknüpfung ist die Geometrie für den Physiker wertlos. Den Physiker interessiert die Frage, ob die geometrischen Theoreme wahr sind oder nicht." [25]
ZITAT:
Richard Feynman, 1963: "Das Prinzip der Wissenschaft, ihre Definition, lautet ungefähr folgendermaßen: Jede Erkenntnis wird durch das Experiment geprüft. Das Experiment ist der alleinige Richter über die wissenschaftliche ‚Wahrheit‘." [26]
Richard Feynman, 1963: "Das Prinzip der Wissenschaft, ihre Definition, lautet ungefähr folgendermaßen: Jede Erkenntnis wird durch das Experiment geprüft. Das Experiment ist der alleinige Richter über die wissenschaftliche ‚Wahrheit‘." [26]
ZITAT:
Jun John Sakurai, 2010: "Unser Wissen über die physikalische Welt entsteht dadurch, dass wir Annahmen über die Natur treffen, diese Annahmen in Postulate fassen, aus diesen Postulaten Vorhersagen ableiten und solche Vorhersagen experimentell überprüfen. Stimmen die Experimente nicht mit den Vorhersagen überein, so waren vermutlich die ursprünglichen Annahmen falsch." [5]
Jun John Sakurai, 2010: "Unser Wissen über die physikalische Welt entsteht dadurch, dass wir Annahmen über die Natur treffen, diese Annahmen in Postulate fassen, aus diesen Postulaten Vorhersagen ableiten und solche Vorhersagen experimentell überprüfen. Stimmen die Experimente nicht mit den Vorhersagen überein, so waren vermutlich die ursprünglichen Annahmen falsch." [5]
Definition von Empirismus
Als Empirismus bezeichnet man die Position, dass ein letztendliches Urteil über wahr oder unwahr nur durch die sinnliche Beobachtung geleistet werden kann. Solche sinnlichen Beobachtungen dürfen auch mit Hilfe von Instrumenten durchgeführt werden. Zu den Naturbeobachtungen zählen auch Experimente. Als eine Gegenposition zum Empirismus gilt der 👉 Rationalismus
Arbeitsmethode: empirisch
Empirische Wahrscheinlichkeiten, Hypothesentests, Fragebögen, Experimente und die Operationalisierung von theoretischen Konstrukten sind grundlegende Methoden einer empirisch arbeitenden Wissenschaft. Um eine Position zu entwickeln, genügt es auf Dauer nicht, bloß Gedankenexperimente und rein theoretische Überlegungen anzustellen. Alle Aussagen müssen letztendlich mit Versuchen oder Beobachtungen in der realen Welt untermauert werden. [6] Lies mehr unter 👉 empirisch
Beispiele
Eisenfressende Straußen
Im Jahr 1260 verfasste der dominikanische Mönch und Gelehrte Albertus Magnus (Doctor universalis) sein Buch De Animalibus, auf Deutsch so viel wie "Über die Tiere". Darin greift den seit der Antike belegten Glauben auf, dass Straußen nahezu alles fressen [7]. Die Idee ist nicht so weit hergeholt wie sie anfangs erscheint. Tatsächlich nehmen Straußen Steine auf und schlucken sie. Da Straußen keinen Magen haben, muss die Nahrung auf eine andere Weise zerkleinert werden. Das geschieht bei Straußen im Muskelmagen. Steine im Magen helfen dabei, die Nahrung zu zerquetschen. [8] Kau- oder Muskelmägen sind in der Tierwelt gar nicht so selten. So haben zum Beispiel auch Eiderenten einen stark muskulösen Magen, mit dem sie die Schalen von lebenden Muscheln knacken. [9] Dass Vögel also harte Gegenstände schlucken, mag für gute Naturbeobachter durchaus plausibel gewesen sein. Doch Albertus Magnus bleibt nicht dabei stehen, dass eine Behauptung weit verbreitet, von Autoritäten belegt oder sogar an sich plausibel isst. Er prüft es selbst nach.
ZITAT:
Albertus Magnus, 1260: "Es wird gesagt, dass dieser Vogel Eisen frisst und verdaut. Aber ich habe das nicht so erfahren, denn ich habe oft Eisen vor mehrere Strauße gelegt, und sie wollten es nicht fressen." [10]
Albertus Magnus gilt heute als ein früher Vordenker der empirischen Methode: er begnügte sich nicht damit, die Aussagen anerkannter Denker, etwa von Plinius dem Älteren, Augustinus, Aristoteles, Hippokrates, Galen oder Seneca, bloß zu kommentieren. [11] Indem er sich erlaubte, diese selbst zu prüfen, trennte er Fakt von Fabulation. Genau das ist der Kern der modernen Naturwissenschaften.
Die Himmelssphären der Astronomie
Das katholische Denken des Mittelalters suchte in der Welt die vollendete göttliche Ordnung zu erkennen. Zu dieser Ordnung gehörte die Idee, dass die Kugel die perfekteste aller geometrischen Körper sei. Entsprechend nahm man an, dass sich alle Himmelskörper auf Kugelbahnen um die Erde (Geozentrismus) bewegten. Rein denkerisch war diese Haltung weder zu widerlegen noch zu beweisen. Eindeutig widerlegt wurde sie letztendlich als Galileo Galilei mit einem einfachen Fernrohr auf den Jupiter blickte. Er sah, das, dass der Planet von vier Monden umkreist wurde. Zumindest die Monde kreisten also nicht um die Erde sondern um einen anderen Himmelskörper. Damit war die Idee von Himmelssphären empirisch widerlegt. Siehe auch 👉 Galileo Galilei
Heilen Heilsteine wirklich?
Wie könnte man empirisch überprüfen, ob ein bestimmter Stein zuverlässig heilende Wirkungen für Menschen hat? Zur Antwort gehören genaue Definitionen, ein strenges Versuchsprogramm und statistische Auswertungen und Deutungen. Mehr dazu unter 👉 Heilstein-Empirie
Geometrie
Können sich zwei parallele Geraden, die nicht identisch miteinander sind, jemals berühren? In der einen Mathematik kann man das verneinen. Die sogenannte Euklidische Geometrie schließt das aus. Und zwischen zwei Punkten im Raum kann es immer nur eine einzige kürzeste Verbindungsstrecke geben. Alles andere ist undenkbar. Aber passt das auch auf die Wirklichkeit? Muss sich die Wirklichkeit an das halten, was wir denken können? Albert Einstein thematisierte auf einer Vorlesung zu seiner Allgemeinen Relativitätstheorie genau das, als unterstrich, dass ein Physiker alles empirisch überprüfen müsse. [14] Tatsächlich können die Aussagen der euklidischen Geometrie, die uns so einleuchtend erscheinen, auch schon ohne die Relativitätstheorie wirkungsvoll angezweifelt werden. Siehe auch 👉 euklidische Geometrie
Naturwissenschaften als strenger Empirismus
Die modernen Naturwissenschaften sehen sich heute als streng empirisch. Ob eine Theorie als wahr oder falsch gilt, wird alleine daran gemessen, wie sehr sie durch Beobachtung und Experiment bestätigt werden kann. Der Physiker und Nobelpreisträger Richard Feynman schreibt: "The principle of science, the definition, is almost the following: The test of all knowledge is experiment. Experiment is the sole judge of scientific 'truth'." [26] Mehr unter 👉 Naturwissenschaft
Anfänge in der Scholastik?
Blüte der Wissenschaft Im Mittelalter wurde Wissenschaft in Westeuropa vor allem an Universitäten betrieben und deren Fragestellungen waren stark von theologischen Themen geprägt. Die Denkströmung, die die christliche Theologie mit der Philosophie, vor allem des Aristoteles, in Einklang zu bringen versuchte, nennt man die Scholastik. Die Scholastiker Westeuropas entwickelten die Prüfung von Texten mit Hilfe der Logik auf ein sehr hohes Niveau. Man darf sich Denker wie Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Roger Bacon, Wilhelm von Ockham keineswegs als kritiklose Fackelträger antiker Vorbilder vorstellen. Ganz im Gegenteil. Texte aus der Antike sowie aus der arabischen und jüdischen Philosophie wurden mit Neugier gelesen. Eigene Ansichten wurden ständig kritisch in Disputen und Kommentaren geprüft und weiterentwickelt.
Weltoffenheit Das Interesse der meisten Denker der Scholastik war jedoch auf Texte, auf sprachlich vermittelte Gedanken fokussiert. Man las und durchdachte die Bibel, die Schriften von Plinius dem Älteren, Augustinus, Aristoteles, Hippokrates, Galen oder Seneca aber auch arabische und jüdisch Gelehrte wie Avicenna aus Persien (980 bis 1037), Averroes aus Andalusien (1126 bis 1138) oder Maimonides aus Cordoba (1135/1138 bis 1204). Die überlieferten Fakten aber an der physikalischen Wirklichkeit zu überprüfen war noch die Ausnahme.
- 1260 beschrieb Albertus Magnus, wie er der allgemeinen Ansicht, Straußen würden Eisen fressen, mit einem Versuch nachging. [10]
- 1267 interessierte sich Roger Bacon für runde Lichtflecken bei eckigen Blenden. [11]
- 1330 Johannes Buridanus belegt Aussagen zum physikalischen Impuls mit den wirklichen "Phänomenen". [12]
Zum Ende der Scholastik, vor allem im 15. Jahrhundert, wurden zunehmend die Frage interessant, welches Wissen (Scibilia) und in welcher Sicherheit die Natur geben kann. Hier wurden moderne erkenntnistheoretische Grundbegriffe und Probleme bereits klar ausformuliert. Die Tendenz war insofern mittelalterlich, als dass die letzte Wahrheit immer in der Logik und Vernunft zu suchen war, aber der alleinige Rückgriff auf Autoritäten (z. B. Aristoteles) als Beweis zunehmend kritisch gesehen wurde. Zudem wurde die Beobachtung der Natur zunehmend auch interessant als Quelle für Argumente und es herrschte eine Atmosphäre von "selbstbewusster Kritikfähigkeit" und "Innovationsbereitschaft" [1, Seite 538]. Siehe auch 👉 Scholastik
Was ist das Novum organum?
So hieß das im Jahr 1620 veröffentlichte Hauptwerk des englischen Naturphilosophen Francis Bacon. In diesem auf Latein geschriebenen Buch legte Bacon die Grundprinzipien einer streng empirischen Forschung dar. Siehe auch 👉 Novum organum
Fußnoten
- [1] Hans Ulrich Wöhler: Die Erfurter via moderna im Spiegel der Naturphilosophie? In: Miscellanea Mediaevalia. Veröffentlichungen des Thomas-Instituts der Universität zu Köln. Herausgegeben von Jan A. Aertsen und Martin Pickavé. Band 31. „Herbst des Mittelalters“? Fragen zur Bewertung des 14. und 15. Jahrhunderts. Verlag Walter de Gruyter. 2004. Seite 520 ff. ISBN 3-11-018261-0.
- [2] T. C. Chamberlin: The method of multiple working hypotheses. In: Science. 15 (366) 1890. Seiten 92 bis 96. doi:10.1126/science.ns-15.366.92
- [3] Die Kernidee des Empirismus, nämlich die enge Bindung an Versuche und Beobachtungen, formulierte schon früh Isaac Newton (1642 bis 1727) in seinem berühmten Buch Opticks: "As in Mathematicks, so in Natural Philosophy, the Investigation of difficult Things by the Method of Analysis, ought ever to precede the Method of Composition. This Analysis consists in making Experiments and Observations, and in drawing general Conclusions from them by Induction, and admitting of no Objections against the Conclusions, but such as are taken from Experiments, or other certain Truths. For Hypotheses are not to be regarded in experimental Philosophy. And although the arguing from Experiments and Observations by Induction be no Demonstration of general Conclusions; yet it is the best way of arguing which the Nature of Things admits of, and may be looked upon as so much the stronger, by how much the Induction is more general. And if no Exception occur from Phænomena, the Conclusion may be pronounced generally. But if at any time afterwards any Exception shall occur from Experiments, it may then begin to be pronounced with such Exceptions as occur. By this way of Analysis we may proceed from Compounds to Ingredients, and from Motions to the Forces producing them; and in general, from Effects to their Causes, and from particular Causes to more general ones, till the Argument end in the most general. This is the Method of Analysis: And the Synthesis consists in assuming the Causes discover'd, and establish'd as Principles, and by them explaining the Phænomena proceeding from them, and proving the Explanations." In: Isaac Newton: OPTICKS: OR, A TREATISE OF THE Reflections, Refractions, Inflections and colours OF LIGHT. The FOURTH EDITION, corrected. By Sir ISAAC NEWTON, Knt. LONDON: Printed for WILLIAM INNYS at the West-End of St. Paul's. MDCCXXX (1730). Dort die Seiten 404 und 405.
- [4] Theorien der Physik sind oft gut an einfachen Systemen unter gut kontrollierbaren Bedingungen in einem Labor prüfbar. Dass dies nicht automatisch für Systeme aus vielen Teilchen mit vielen Wechselwirkungen gelten muss, das betonte der Physiker und Nobelpreisträger Richard Feynman (1918 bis 1988), als er schrieb: "Wenn ich behaupte, daß sich alle Phänomene der physikalischen Welt mit dieser Theorie erklären lassen, so nehme ich den Mund etwas voll, Bei den meisten uns vertrauten Erscheinungen ist eine so gewaltige Zahl Elektronen im Spiel, daß unser armer kleiner Verstand Mühe hat, dieser Vielfalt zu folgen. In solchen Situationen können wir mit Hilfe der Theorie ungefähr angeben, was passieren sollte und was dann unter diesen Umständen auch in etwa passiert. Stellen wir dagegen im Labor ein Experiment mit nur wenigen Elektronen unter einfachen Bedingungen zusammen, können wir mit großer Genauigkeit berechnen, was eintreten wird und können das mit ebenso großer Genauigkeit messen." In: Richard Feynman: QED: Die seltsame Theorie des Lichts und der Materie. Piper Verlag. 1. Auflage 1992. ISBN: 3-492-21562-9. Dort die Seite 18. Zu speziell diesem Beispiel siehe auch 👉 Quantenelektrodynamik [QED]
- [5] Das Zitat im englischen Original: "Our knowledge of the physical world comes from making assumptions about nature, formulating these assumptions into postulates, deriving predictions from those postulates, and testing such predictions against experiment. If experiment does not agree with the prediction, then, presumably, the original assumptions were incorrect." In: Sakurai, J. J. (Jun John): Modern quantum mechanics. Zweite Ausgabe, fertig gestellt von von Jim Napolitano. Addison Wesley. 2010. ISBN: 978-0-8053-8291-4.
- [6] Eine Fachzeitschrift bevorzugt empirisch untermauerte Arbeiten: "Evolutionary Psychology is an open access, peer-reviewed journal which focuses on original, empirical research addressing human psychology guided by an evolutionary perspective." Das Journal wird herausgegen von SageJournals. Mehr unter 👉 evolutionäre Psychologie
- [7] In der Antike, etwa bei Plinius dem Älteren (23 bis 79), gab es die Vorstellung, dass Straußen alles fressen. In einer englischen Übersetzung heißt es: "A wonder this is of their nature, that whatsoever they eat (and great devourers they bee of all things, without difference and choise) they concoct and digest it." In: Philemon Holland: THE TENTH BOOKE OF THE HISTORIE OF NATVRE, WRITTEN BY C. PLINIVS SECVNDVS. 1601.
- [8] Straußen haben Steine in ihren Mägen, die sich bei der Verdauungstätigkeit schnell zerkleinern: "Feeding experiments with farm ostriches showed that bird gastroliths experience fast abrasion in the gizzard and do not develop a polish." In: Wings O, Sander PM. No gastric mill in sauropod dinosaurs: new evidence from analysis of gastrolith mass and function in ostriches. Proc Biol Sci. 2007 Mar 7;274(1610):635-40. doi: 10.1098/rspb.2006.3763. PMID: 17254987; PMCID: PMC2197205.
- [9] Eiderenten leben unter anderem an der deutschen Nordseeküste. Sie schlucken dort lebende Muscheln. Irgendwie muss der Magen dann die Schalen der Muscheln knacken. Das geschieht mit Hilfe einer kräftigen Muskulator im Magen selbst. Siehe auch 👉 Eiderente
- [10] Albert über Straußen: "De hac [strutio] dicitur quod ferrum comedat et digerat: sed ego non sum hoc expertus quia ferrum saepius a me pluribus strutionibus obiectum comedere noluerunt. Sed ossa magna ad breves partes truncata et arida et lapides avide comederunt." In: Albertus Magnus, De animalibus, lib. 23, tr. 24, cap. 139.
- [11] "Sein Bestreben, sich nicht auf Darlegung und Kommentierung von überliefertem Wissen zu beschränken, sondern dieses durch eigene Beobachtungen und Experimente zu hinterfragen und zu ergänzen, zeugt von einem geradezu modern anmutenden Forscherdrang." In: Roland Popp, Birgit Steib: Albertus Magnus – der große Neugierige. Spektrum der Wissenschaft. November 2003. Online: https://www.spektrum.de/magazin/albertus-magnus-der-grosse-neugierige/830312
- [12] "Bacon noted that the opening through which the light rays passed did not need to be circular. This phenomenon was the basis of his theory, astonishing in its intuition, that light propagated by means of spherical waves. If the image projected through a square aperture was circular, it was simply because the light had resumed its natural spherical shape." In: Laurent Mannoni: The Great Art of Light and Shadow: Archaeology of the Cinema. University of Exeter Press, 2000. Dort auf Seite 5. Siehe auch 👉 Camera obscura
- [13] Johannes Buridanus erkärte um 1330 die Bewegung von Geschossen und schließt seine Argumentation mit einem Verweis auf die tatsächlichen Fakten (Phänomene) der sinnlich wahrnehmbaren Welt: "When a mover sets a body in motion he implants into it a certain impetus, that is, a certain force enabling a body to move in the direction in which the mover starts it, be it upwards, downwards, sidewards, or in a circle. The implanted impetus increases in the same ratio as the velocity. It is because of this impetus that a stone moves on after the thrower has ceased moving it. But because of the resistance of the air (and also because of the gravity of the stone) which strives to move it in the opposite direction to the motion caused by the impetus, the latter will weaken all the time. Therefore the motion of the stone will be gradually slower, and finally the impetus is so diminished or destroyed that the gravity of the stone prevails and moves the stone towards its natural place. In my opinion one can accept this explanation because the other explanations prove to be false whereas all phenomena agree with this one." In: Pedersen, Olaf (26 March 1993). Early physics and astronomy: a historical introduction. CUP Archive. p. 210. ISBN 978-0-521-40899-8. Pedersen gibt als originale Primärquelle an: Johannes Buridanus: Quaestiones super octo libros Physicorum Aristotelis (Vorlesungen an der Universität Paris, ab etwa 1320). Online: https://books.google.nl/books?id=z7M8AAAAIAAJ&pg=PA210&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false
- [14] Albert Einstein gesteht den Mathematikern zu, dass sie rein logisch und ohne Zwang für eine empirische Prüfung ihrer Erkenntnise arbeiten. Für Physiker aber sei die Prüfung an der empirischen Wirklichkeit entscheidend: "One is ordinarily accustomed to study geometry divorced from any relation between its concepts and experience. There are advantages in isolating that which is purely logical and independent of what is, in principle, incomplete empiricism. This is satisfactory to the pure mathematician. He is satisfied if he can deduce his theorems from axioms correctly, that is, without errors of logic. The question as to whether Euclidean geometry is true or not does not concern him. But for our purpose it is necessary to associate the fundamental concepts of geometry with natural objects; without such an association geometry is worthless for the physicist. The physicist is concerned with the question as to whether the theorems of geometry are true or not." In: Albert Einstein: The Meaning of Relativity. Four Lectures Delivered at Princeton University. May, 1921. Princeton University Press. 1923. Online: https://www.gutenberg.org/cache/epub/36276/pg36276-images.html
- [15] Alhazen, 1021: "We should distinguish the properties of particulars, and gather by induction what pertains to the eye when vision takes place and what is found in the manner of sensation to be uniform, unchanging, manifest, and not subject to doubt. After which we should ascend in our inquiry
and reasonings, gradually and orderly, criticizing premises and exercising caution in regard to conclusions—our aim in all that we make subject to
inspection and review being to employ justice, not to follow prejudice, and to take care in all that we judge and criticize that we seek the truth and not to be swayed by opinion." In: Hogendijk, J & Sabra, A I 2024, Ibn al-Haytham (d. ca. 432/1040) on vision. In: C. Lange, A. Bursi (eds), Islamic Sensory History. vol. Vol. 2: 600-1500, Handbook of Oriental Studies. Section 1, The Near and Middle East, vol. 182.2, Brill, Leiden, pp. 249-258. Online: https://doi.org/10.1163/9789004515932_022
- [16] Avicenna, 1025, "The potency of drugs’ nature […] can be identified in two ways, one of them is analogy [...] the other is by way of experimentation. […] Experimenting leads to confident knowledge of the potency of the medicine after taking into consideration certain conditions." In: Avicenna. The Canon of Medicine. Book II, Abschnitt über die experimentelle Ermittlung der Wirkung von Arzneimitteln. Wissenschaftliche Untersuchung und Übersetzung der Originalpassage: „Ibn Sina’s Canon of Medicine: 11th Century Rules for Assessing the Effects of Drugs. The James Lind Library. Online: https://www.jameslindlibrary.org/articles/ibn-sinas-canon-of-medicine-11th-century-rules-for-assessing-the-effects-of-drugs/
- [17] Albertus Magnus, 1251: "In studying nature we have not to inquire how God the Creator may, as He freely wills, use His creatures to work miracles and thereby show forth His power: we have rather to inquire what Nature with its immanent causes can naturally bring to pass". In: Albertus Magnus: De Coelo et Mundo, I, tr. iv, x. Übersetzt und zitiert nach: Kennedy, D. (1907). St. Albertus Magnus. In The Catholic Encyclopedia. New York: Robert Appleton Company. Online: https://www.newadvent.org/cathen/01264a.htm
- [18] Albertus Magnus, 1256: "Experimentum enim solum certificat in talibus." Auf Deutsch: "Denn bei solchen Dingen verschafft allein das Experiment Gewissheit." Albertus Magnus: De vegetabilibus et plantis, Buch VI, Traktat II, Kapitel 1. In Opera omnia, edited by Auguste Borgnet. Vol. 10. Paris: Louis Vivès, 1891. Online: https://www.newadvent.org/cathen/01264a.htm
- [19] Albertus Magnus, 1251: "In studying nature we have not to inquire how God the Creator may, as He freely wills, use His creatures to work miracles and thereby show forth His power: we have rather to inquire what Nature with its immanent causes can naturally bring to pass". In: Albertus Magnus: De Coelo et Mundo, I, tr. iv, x. Übersetzt und zitiert nach: Kennedy, D. (1907). St. Albertus Magnus. In The Catholic Encyclopedia. New York: Robert Appleton Company. Online: https://www.newadvent.org/cathen/01264a.htm
- [20] Roger Bacon, 1268: "There are two ways of acquiring knowledge, one through reason, the other by experiment. Argument reaches a conclusion and compels us to admit it, but it neither makes us certain nor so annihilates doubt that the mind rests calm in the intuition of truth, unless it finds this certitude by way of experience." In: Bacon, Roger. The Opus Majus, Part VI. Translated by Robert Belle Burke. Philadelphia: University of Pennsylvania Press, 1928, 583–634. Online: URL: https://sourcebooks.web.fordham.edu/source/bacon2.asp
- [21] Johannes Buridanus, 1330: "When a mover sets a body in motion he implants into it a certain impetus, that is, a certain force enabling a body to move in the direction in which the mover starts it, be it upwards, downwards, sidewards, or in a circle. The implanted impetus increases in the same ratio as the velocity. It is because of this impetus that a stone moves on after the thrower has ceased moving it. But because of the resistance of the air (and also because of the gravity of the stone) which strives to move it in the opposite direction to the motion caused by the impetus, the latter will weaken all the time. Therefore the motion of the stone will be gradually slower, and finally the impetus is so diminished or destroyed that the gravity of the stone prevails and moves the stone towards its natural place. In my opinion one can accept this explanation because the other explanations prove to be false whereas all phenomena agree with this one." In: Pedersen, Olaf (26 March 1993). Early physics and astronomy: a historical introduction. CUP Archive. p. 210. ISBN 978-0-521-40899-8. Pedersen gibt als originale Primärquelle an: Johannes Buridanus: Quaestiones super octo libros Physicorum Aristotelis (Vorlesungen an der Universität Paris, ab etwa 1320). Online: https://books.google.nl/books?id=z7M8AAAAIAAJ&pg=PA210&redir_esc=y#v=onepage&q&f=false
- [22] Francis Bacon, 1620: "Nothing is rightly inquired into, or verified, noted, weighed, or measured, in natural history; indefinite and vague observation produces fallacious and uncertain information." In: Francis Bacon: Novum Organum, Buch I, Aphorismus XCVIII. Edited by Joseph Devey. London: George Bell and Sons, 1902. Online: https://www.gutenberg.org/files/45988/old/45988-h/45988-h.htm
- [23] Christiaan Huygens, 1690: "To wit, when things which have been demonstrated by the Principles that have been assumed correspond perfectly to the phenomena which experiment has brought under observation; especially when there are a great number of [Pg vii]them, and further, principally, when one can imagine and foresee new phenomena which ought to follow from the hypotheses which one employs, and when one finds that therein the fact corresponds to our prevision." In: Christiaan Huygens: Traité de la lumière (1690). Dort im Vorwort. Translated by Silvanus P. Thompson. London: Macmillan, 1912.
Online: https://www.gutenberg.org/files/14725/old/14725-h/14725-h.htm
- [24] Isaac Newton, 1713: "In this philosophy particular propositions are inferred from the phenomena, and afterwards rendered general by induction." In: Isaac Newton: Philosophiæ Naturalis Principia Mathematica. 2nd ed. Cambridge: University Press, 1713. General Scholium. URL: https://www.ancienttexts.org/library/latinlibrary/newton.scholium.html
- [25] Albert Einstein, 1921: "One is ordinarily accustomed to study geometry divorced from any relation between its concepts and experience. There are advantages in isolating that which is purely logical and independent of what is, in principle, incomplete empiricism. This is satisfactory to the pure mathematician. He is satisfied if he can deduce his theorems from axioms correctly, that is, without errors of logic. The question as to whether Euclidean geometry is true or not does not concern him. But for our purpose it is necessary to associate the fundamental concepts of geometry with natural objects; without such an association geometry is worthless for the physicist. The physicist is concerned with the question as to whether the theorems of geometry are true or not." In: Albert Einstein: The Meaning of Relativity. Four Lectures Delivered at Princeton University. May, 1921. Princeton University Press. 1923. Online: https://www.gutenberg.org/cache/epub/36276/pg36276-images.html
- [26] Richard Feynman, 1963: "The principle of science, the definition, is almost the following: The test of all knowledge is experiment. Experiment is the sole judge of scientific 'truth'." In: Feynman, Richard P., Robert B. Leighton, and Matthew Sands. The Feynman Lectures on Physics. Vol. 1, Mainly Mechanics, Radiation, and Heat. Reading, MA: Addison-Wesley, 1963, sec. 1-1. Online: https://www.feynmanlectures.caltech.edu/I_01.html
Siehe auch
ZITAT:
Albertus Magnus, 1260: "Es wird gesagt, dass dieser Vogel Eisen frisst und verdaut. Aber ich habe das nicht so erfahren, denn ich habe oft Eisen vor mehrere Strauße gelegt, und sie wollten es nicht fressen." [10]
Albertus Magnus, 1260: "Es wird gesagt, dass dieser Vogel Eisen frisst und verdaut. Aber ich habe das nicht so erfahren, denn ich habe oft Eisen vor mehrere Strauße gelegt, und sie wollten es nicht fressen." [10]
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