Kreisgleichung
Analysis
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- 2026
Basiswissen|
Die allgemeine Kreisgleichung|
Zahlenbeispiel für die allgemeine Kreisgleichung|
Was ist eine Ortskurve?|
Tipps zur Herleitung der allgemeinen Kreisleistung|
Schritt 1: der Satz des Pythagoras|
Schritt 2: den Graphen verschieben|
Gibt es auch eine Kreisfunktion?|
Fußnoten
Basiswissen
x²+y²=16 ist eine einfache Kreisgleichung mit dem Mittelpunkt bei (0|0) und dem Radius 4. Hier wird der Aufbau der allgemeinen Kreisgleichungen in den Formen - (x-xₘ)² + (y-yₘ)² = r² oder - y = ±√[r²-(x-xₘ)² ]+yₘ mit Beispielwerten kurz vorgestellt. Die Formeln, etwa zur Berechnung des Umfangs oder die Fläche sind unter dem Stichwort Kreisformeln in einem anderen Artikel [1]" title="Zur Fußnote (Quellen und Hintergründe) "style="color: black;"> [1] erklärt.
Die allgemeine Kreisgleichung
Die ersten zwei Gleichungen sind die allgemeine Form der Kreisgleichung. Allgemein heißt, dass der Mittelpunkt und der Radius frei gewählt werden können. Dabei dürfen die x-Werte (Definitionsbereich) nicht weiter vom x-Wert des Mittelpunktes entfernt sein, als der Radius. Die dritte Gleichung gilt für einen Kreis mit dem Mittelpunkt im Koordinatenursprung (0|0) und mit beliebigen Radius r.
- (x-xₘ)² + (y-yₘ)² = r²
- y = ±√[r²-(x-xₘ)² ]+yₘ
- y = ±√[r²-x²]
Mit:
- x = x-Wert eines Punktes auf der 👉 Kreislinie
- y = y-Wert eines Punktes auf der 👉 Kreislinie
- xₘ = x-Koordinate des 👉 Kreismittelpunkt[es]
- yₘ = y-Koordinate des 👉 Kreismittelpunkt[es]
- r = der 👉 Kreisradius
- ± = das [1]. Eine zweite Bedeutung ist die der Toleranz [2] im Sinne der Technik: der Ausdruck 10±0,5 heißt, dass ein Wert zwischen 9,5 und 10,5 liegen darf. Siehe auch => pq-Formel">👉 Plusminuszeichen
- √ = das 👉 Wurzelzeichen
Zahlenbeispiel für die allgemeine Kreisgleichung
Gezeichnet werden soll ein Kreis mit dem Mittelpunkt bei (5|5) und einem Radius von 4. Einsetzen in die Kreisgleichung y = ±√[r²-(x-xₘ)² ]+yₘ gibt dann y = ±√ [4²]" title="Zur Fußnote (Quellen und Hintergründe) "style="color: black;"> [4²-(x-5)² ]+5. Damit kann man für verschiedene x-Werte von 1 bis 9 die dazugehörigen y-Werte berechnen [2]" title="Zur Fußnote (Quellen und Hintergründe) "style="color: black;"> [2]. Zu jedem x-Wert gehören grundsäztlich zwei y-Werte, nämlich einer für den oberen Halbkreis und einer für den unteren Halbkreis:
- zu x = 1.00 gehört: y = 5.00
- zu x = 1.20 gehören: y ≈ 6.24 und y ≈ 3.76
- zu x = 1.40 gehören: y ≈ 6.74 und y ≈ 3.26
- zu x = 1.60 gehören: y ≈ 7.10 und y ≈ 2.90
- zu x = 1.80 gehören: y ≈ 7.40 und y ≈ 2.60
- zu x = 2.00 gehören: y ≈ 7.64 und y ≈ 2.36
- zu x = 2.20 gehören: y ≈ 7.85 und y ≈ 2.15
- zu x = 2.40 gehören: y ≈ 8.03 und y ≈ 1.97
- zu x = 2.60 gehören: y ≈ 8.20 und y ≈ 1.80
- zu x = 2.80 gehören: y ≈ 8.34 und y ≈ 1.66
- zu x = 3.00 gehören: y ≈ 8.46 und y ≈ 1.54
- zu x = 3.20 gehören: y ≈ 8.57 und y ≈ 1.43
- zu x = 3.40 gehören: y ≈ 8.66 und y ≈ 1.34
- zu x = 3.60 gehören: y ≈ 8.74 und y ≈ 1.26
- zu x = 3.80 gehören: y ≈ 8.81 und y ≈ 1.19
- zu x = 4.00 gehören: y ≈ 8.87 und y ≈ 1.13
- zu x = 4.20 gehören: y ≈ 8.91 und y ≈ 1.09
- zu x = 4.40 gehören: y ≈ 8.95 und y ≈ 1.05
- zu x = 4.60 gehören: y ≈ 8.97 und y ≈ 1.03
- zu x = 4.80 gehören: y ≈ 8.99 und y ≈ 1.01
- zu x = 5.00 gehören: y = 9.00 und y = 1.00
- zu x = 5.20 gehören: y ≈ 8.99 und y ≈ 1.01
- zu x = 5.40 gehören: y ≈ 8.97 und y ≈ 1.03
- zu x = 5.60 gehören: y ≈ 8.95 und y ≈ 1.05
- zu x = 5.80 gehören: y ≈ 8.91 und y ≈ 1.09
- zu x = 6.00 gehören: y ≈ 8.87 und y ≈ 1.13
- zu x = 6.20 gehören: y ≈ 8.81 und y ≈ 1.19
- zu x = 6.40 gehören: y ≈ 8.74 und y ≈ 1.26
- zu x = 6.60 gehören: y ≈ 8.66 und y ≈ 1.34
- zu x = 6.80 gehören: y ≈ 8.57 und y ≈ 1.43
- zu x = 7.00 gehören: y ≈ 8.46 und y ≈ 1.54
- zu x = 7.20 gehören: y ≈ 8.34 und y ≈ 1.66
- zu x = 7.40 gehören: y ≈ 8.20 und y ≈ 1.80
- zu x = 7.60 gehören: y ≈ 8.03 und y ≈ 1.97
- zu x = 7.80 gehören: y ≈ 7.85 und y ≈ 2.15
- zu x = 8.00 gehören: y ≈ 7.64 und y ≈ 2.36
- zu x = 8.20 gehören: y ≈ 7.40 und y ≈ 2.60
- zu x = 8.40 gehören: y ≈ 7.10 und y ≈ 2.90
- zu x = 8.60 gehören: y ≈ 6.74 und y ≈ 3.26
- zu x = 8.80 gehören: y ≈ 6.24 und y ≈ 3.76
- zu x = 9.00 gehört: y = 5.00
Was ist eine Ortskurve?
Als Ortskurve bezeichnet man in der Mathematik jede graphische Darstellung von Lösungspunkten in einem Koordinatensystem. So hat die Kreisgleichung in der Form (x-xₘ)² + (y-yₘ)² = r² verschiedene Lösungen. Die Menge aller Lösungen ergibt die sogenannte Ortskurve. Neben der Kreisgleichung gibt es auch die Geradengleichung, die Parabel, die Hyperbel und viele andere 0rtskurven. Siehe auch 👉 Ortskurve
Tipps zur Herleitung der allgemeinen Kreisleistung
Die allgemeine Kreisgleichung kann man über zwei Gedankenschritte selbst herleiten: erst definiert man Mit Hilfe des Satzes des Pythagoras [3]" title="Zur Fußnote (Quellen und Hintergründe) "style="color: black;"> [3] eine Kreisgleichung mit dem Mittelpunkt des Kreises im Ursprung (0|0) des Koordinatensystem. Dann verschiebt man den Graphen mit Hilfe von einfachen Graphentransformationen in x- und y-Richtung.
Schritt 1: der Satz des Pythagoras
Man denke sich eine Kreis mit dem Radius 4 Zentimeter mit dem Mittelpunkt bei (0|0). Man denkt sich dann einen beliebigen Punkt auf der Kreislinie. Man verbindet diesen Punkt mit (0|0). Dann zeichnet man von dem Punkt aus eine senkrechte Strecke bis hin zur x-Achse und eine waagrechte Strecke bis zur y-Achse. Dadurch ist ein rechtwinkliges Dreieck entstanden. Der Radius entspricht der Hypotenuse [5]" title="Zur Fußnote (Quellen und Hintergründe) "style="color: black;"> [5]. Die zwei anderen Seiten sind die Katheten [6]" title="Zur Fußnote (Quellen und Hintergründe) "style="color: black;"> [6]. Die Länge der waagrechten Kathete entspricht vom Zahlenwert her auch dem x-Wert des Punktes auf der Kreislinie. Und die senkrechte Kathete entspricht dem y-Wert des Punktes auf der Kreislinie. Damit ergibt sich: r²=x²+y². Man kann diese Gleichung noch umstellen nach y und erhält dann y=√[r²-x²] oder in Potenzschreibweise [6]" title="Zur Fußnote (Quellen und Hintergründe) "style="color: black;"> [6] y=[r²-x²]^0,5.
Schritt 2: den Graphen verschieben
Nun verschiebt man den Graphen der so gefundendenen Kreisgleichung. Eine Verschiebung parallel zur Achse [7]" title="Zur Fußnote (Quellen und Hintergründe) "style="color: black;"> [7] erreicht man immer, wenn man alle x'se in dem Term einklammer und dann + (Verschiebung nach links) oder - (Verschiebung nach rechts) eine bestimmte Zahl ergänzt: y=√[r²-x²] mit dem Mittelpunkt bei (0|0) wird so y=√[r²-(x-5)²] derselbe Kreis, jetzt aber mit dem Mittelpunkt 5 nach rechts verschoben bei (5|0). Eine Verschiebung parallel zur y-Achse erreicht man immer, indem man zum Funktionsterm die gewünschte Verschiebung dazuaddiert (nach oben) oder abzieht (nach unten) [8]" title="Zur Fußnote (Quellen und Hintergründe) "style="color: black;"> [8]. So wird abschließend aus y=√[r²-(x-5)²] die Kreisgleichung mit dem Mittelpunkt bei (5|5) in der allgemeinen Form y=√[r²-(x-5)²]+5.
Gibt es auch eine Kreisfunktion?
Nein, zumindest nicht in dem Sinn, dass der Graph der Funktion einen Kreis in einem zweidimensionalen Koordinatensystem gibt. Das widerspräche der Definition einer Funktion. Bei einer Funktion darf es für jeden x-Wert nur genau einen y-Wert geben. Beim Kreis haben aber die meisten x-Werte zwei y-Wert. Deshalb kann ein Kreis niemals der Graph einer Funktion in einem 2D-Koordinatensystem sein. Man kann aber einen nach oben oder unten geöffneten Halbkreis als Funktion im Sinne der Mathematik definieren. Siehe auch 👉 Funktion
Fußnoten
- [1]">[1] Zu Formeln für den Radius, Durchmesser, Umfang oder die Fläche eines Kreises siehe den Artikel zu 👉 Kreisformeln
- [2]">[2] Die Werte mit den ungefähr-Zeichen sind ab der zweiten Nachkommastelle abgeschnitten, nicht gerundet. Das hängt mit dem hier verwendeten Berechnungsprogramm (bc für Bash) zusammen, hat aber ansonsten keine tiefere Bedeutung.
- [3]">[3] Der Satz des Pythagoras wird üblicherweise geschrieben als a²+b²=c². Das kleine c steht für die Länge der Hypotenuse, das a und das b für die Längen der beiden Katheten. Siehe auch [3] geschrieben: man hat ein rechtwinkliges Dreieck mit drei Seiten: a, b und c. Das kleine c steht dabei für die längste Seite, die Hypotenuse. Der Satz besagt, dass die längste Seite zum Quadrat gerechnet immer dasselbe Ergebnis gibt wie die Summe aus den Quadraten der beiden kürzeren Seiten. Mit diesem Wissen kann man dann in jedem rechtwinkligen Dreieck die noch unbekannte Länge einer Seite berechnen, wenn man die Längen der zwei anderen Seiten kennt. Das ist hier näher erklärt.">👉 Satz des Pythagoras
- [4]">[4] Die Hypotenuse ist immer die längste Seite im rechtwinkligen Dreieck. Sie liegt immer gegenüber vom rechten Winkel. Siehe auch 👉 Hypotenuse
- [5]">[5] Die beiden Katheten sind immer die zwei kürzeren Seiten im rechtwinkligen Dreieck. Sie sind gleichzeitig auch die zwei Schenkel des rechten Winkels. Siehe mehr unter 👉 Kathete
- [6]">[6] Der Potenzschreibweise liegt die Idee zugrunde, dass die Wurzel aus einem Term rechnerisch dasselbe ist die der Term hoch ein halb gerechnet. Siehe dazu auch 👉_hoch_ein_halb" title="Der Begriff ist im Lexikon nicht vorhanden. Suche im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache">Quadratwurzel">👉 hoch ein halb (externer Link) [Wurzelexponent]
- [7]">[7] Siehe mehr zu dieser Methode zum Verschieben von Graphen unter 👉 Graph entlang x-Achse verschieben
- [8]">[8] Siehe mehr zu dieser Methode zum Verschieben von Graphen unter 👉 Graph entlang y-Achse verschieben