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Gezeitentümpel

Nordsee

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Basiswissen


Wenn sich an der Küste das Wasser bei Ebbe zurückzieht, bleiben in Bodenvertiefungen oder an Buhnen oft pfützenartige Wassertümpel zurück. In diesen Gezeitentümpeln [1] wimmelt es oft von Leben. Hier stehen einige Arten, die man darin oft sehen kann. Sie müssen besonders gut mit stark wechselnden Salzgehalten und Temperaturen zurecht kommen.



Bildbeschreibung und Urheberrecht
An dieser Holzbuhen entsteht gerade ein Gezeitentümpel: am Ende zur See hin zieht sich das Meerwasser bei Ebbe gerade zurück. In der Bodenvertiefung im Sand wird Wasser als Tümpel zurückbleiben. In solchen Tümpeln lassen sich oft gut Tiere beobachten.☛



ZITAT:

Es ist gut, den Blick vom Gezeitentümpel zu den Sternen schweifen zu lassen und dann wieder zurück. [3]


Leben im Gezeitentümpeln



Tipps zur Beobachtung


Die Tiere in einem Gezeitentümpel wären ein leicht gefundenes Fressen für Vögel, wenn sie sich nicht gut tarnen oder verstecken können. Ein guter Zeitpunkt für eine Beobachtung ist die Zeit, wenn bei ablaufendem Wasser der Tümpel gerade entsteht. Man sollte sich dann möglichst ruhig an den Rand setzen und keine Bewegungen machen. Ideal ist eine Position, von der aus man keinen Schatten in den Tümpel wirft. Möglicherweise spüren die Tiere auch Erschütterungen, also am besten auch jede Bewegung vermeiden. Man sollte dann lange Zeit auf dieselbe Stelle im Tümpel schauen. Damit wird das Auge empfänglich für kleine Bewegungen (Wasserfloh) oder auch farblich gut getarnte Tiere (Scholle).

Salzgehalt


Der Salzgehalt, das Fachwort dafür ist Salinität, schwankt in der südlichen Nordsee um etwa 3 %. Das heißt, von 1000 Gramm (etwa ein Liter) Seewasser, sind dann 30 Gramm Salz. Dieser Wert konnte in eigenen Versuchen gut bestätigt werden.



Aus einem Liter Nordseewasser vom Seeseitigen Strand der Insel Wangerooge konnten durch Verdunstung ziemlich genau 30 Gramm mehr oder minder weißes Salz gewonnen werden.

Wie aber sieht es aus, wenn man Wasser aus einem nur wenige Zentimeter tiefen Tümpel entimmt? Der Tümpel war durch die Ebbe seit vielleicht vier Stunden vom offenen Meereswasser abgeschnitten. Der Tag (9. August 2026) war ungewöhnlich warm für die Nordsee. Entsprechend kann man von einer längeren Verdunstungszeit ausgehen. Kann man das merkbar am Salzgehalt erkennen?

Fußnoten


  • [1] Zur Definition: "An manchen Felsküsten gibt es Stellen, aus denen zur Ebbezeit das Wasser nicht abläuft, sogenannte Gezeitentümpel." Was hier nur für Felsküsten gilt, kann im auch auf die "felsigen" Bereiche von Buhnen und anderen Uferbefestigungen an ansonsten sandigen Flachküsten übertragen werden. In: Denys Ovenden; John Barrett: Natur an Strand und Küste. Kosmos Gesellschaft der Naturfreunde. Franckh'sche Verlagshandlung. 1986. 3-440-05619-8. Geht auch auf die Felseküsten Europas ein, vor allem der britischen Inseln. Die Gezeitentümpel werden dort in ein einem eigenen Abschnitt auf den Seiten 50 und 51 behandelt.
  • [2] Howard Bloom: The Global Brain: The Evolution of Mass Mind from the Big Bang to the 21st Century. Wiley, 2000, ISBN 978-0-471-29584-6; deutsch: Global Brain: die Evolution sozialer Intelligenz. Aus dem Amerikanischen und mit einem Nachwort von Florian Rötzer. DVA, 1999, ISBN 978-3-421-05304-6. Dort das Kapitel "Kreative Netze im präkambrischen Zeitalter", ab Seite 25. Bloom beschreibt dort die Entstehung von Stromatolithen in Gezeitentümpeln (Seite 25). Diese Kolonien, so Bloom, bilden eine kollektive Intelligenz aus, eine 👉 kollektive Lernmaschine
  • [3] Das Zitat zum Blick in den Gezeitentümpel und zu den Sternen stammt aus John Steinbeck Logbuch des Lebens. Zitiert nach: Hugh Aldersey-Williams: Das Wilde Leben der Gezeiten. Carl Hanser Verlag. 2016. ISBN: 978-3-446-25497-8. Englischer Originaltitel von 2016: Tide. The science and lore of the greatest force on earth. Dort ganz am Anfang der deutschen Ausgabe.
  • [4] Zum Salzgehalt auf Wattflächen, etwa auch in Gezeitentümpeln: geht man für die südliche Nordsee von Salzgehalten von 2,8 bis 3,3 % aus, und geht man dann weiter von Schwankungen bis zu 2,5 %-Punkten um diese Mittelwerte aus, dann kommt man auf Salzgehalte in solchen Bereichen von 0,3 % (extrem ausgesüßt) bis 5,8 % (extrem salzig. In einem Fachbuch heißt es zum Salzgehalt auf "Wattflächen", dass "unter extremen Bedingungen wie Gewitterregen" oder nach "intensiver Sonneinstrahlung" dann doch "Schwankungen bis 25 Promille möglich" sind. In: Hans-Erich Reineck: Das Watt. Ablagerungs- und Lebensraum. Dritte Auflage. Senckenberg-Buch 50. Verlag Waldemar Kramer. Frankfurt am Main. 1982. ISBN: 3-7829-1067-2. Dort im "Kapitel IV. Das Watt als Lebensraum" von Jürgen Dörjes, Seite 113. Siehe auch 👉 Salinitäten



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