Salinitäten
Beispiele
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Basiswissen|
Definitionen|
Gewässer|
Sole|
In Promille?|
Faktencheck|
Schmeckprobe|
Eindampfprobe|
Fußnoten
Basiswissen
Salinitäten nennt man den Salzgehalt in Gewichtsprozenten. Die Ostsee hat eine eher geringe Salinität, das Tote Meer hingegen eine extrem hohe. Hier stehen einige Salinitäten von verschiedenen Gewässern weltweit.
Definitionen
- Süßwasser: bis 0,1 %, also unter 1 g/kg
- Brackwasser: zwischen 0,1 % und 1,0 %, also zwischen 1 g/kg und 10 g/kg
- Salzwasser: ab 1,0 %, also ab 10 g/kg
Gewässer
Die folgende Liste ist aufsteigend sortiert, also von niedrigen hin zu hohen Salinitäten. Der finnische Meerbusen, ganz im Norden Europas, hat kaum Salz. Sehr viel Salz aber haben Seen bei denen das Wasser schnell verdunstet. [1]
- Bodensee: 0,0006 % [2]
- Finnischer und Bottnischer Meerbusen: 0,1 %
- Ostsee im Schnitt: 0,8 %
- Aralsee: 0,9 % (1960)
- Kaspisches Meer: 1,3 %
- Kieler Bucht: 1,5 %
- Schwarzes Meer 1,7 % – 1,8 %
- Kleiner Aralsee: 2 % (2003)
- Priele/Gezeitentümpel: 0,3 % bis 5,8 % [7]
- Jadebusen: 3 % [4]
- Pazifik: 3,45 %
- Indischer Ozean: 3,48 %
- Nordsee (Nordwesten): 3,5 % [5]
- Atlantik: 3,54 %
- Flussmündungen der Nordsee: 1,5 % – 2,5 %
- Mittelmeer im Schnitt: 3,74 %
- Persischer Golf: 4 %
- Rotes Meer: 4 %
- Großer Aralsee: 7,5 % (2003)
- Mono Lake: 7,3 %
- Qarun-See: 11,8 %
- Totes Meer: 28 % (Durchschnitt)
- Totes Meer: 32,66 % in einer Tiefe von 50 Metern
- Assalsee: 34,8 % (Durchschnitt)
- Assalsee: 38,8 % in einer Tiefe von 20 Metern
- Don-Juan-See: 44,2 % (Ostantarktis, welthöchster Wert für ein Gewässer)
Sole
Als Sole bezeichnet man auch stark salzhaltige Wässer, etwa aus dem Meer eingedampft oder aus unterirdischen Quellen. Der Salzgehalt liegt bei mindestens 14 g pro 1 kg Wasser. Mehr unter 👉 Sole
In Promille?
- Zahl vor dem %-Zeichen nehmen und mal 10 rechnen.
- 3,5 % sind also dasselbe wie 35 Promille, kurz 35 ‰.
- Mehr dazu unter 👉 Prozent in Promille
- Rechentipps unter 👉 mal zehn
Faktencheck
Eine grobe Orientierung über die Salinität können zwei leicht durchführbare Experimente geben. Man kann das Wasser selbst verkosten und man kann es eindampfen.
Schmeckprobe
Ab einer Salinität von vielleicht 0,09 %, also 0,9 Gramm Salz pro Liter, sollen die meisten Erwachsenen Menschen Salzwasser eindeutig erkennen können. Zu diesem Befund kam eine Studie an Erwachsenen aus Marokko aus dem Jahr 2020. [3]
- 5 Gramm Salz in einem Liter Wasser müsste wie Süß- der Leitungswasser schmecken.
- 10 Gramm Salz in einem Liter Wasser müsste für viele Erwachsene schon leicht salzig schmecken.
- 35 Gramm Salz in einem Liter Wasser schmeckt für jeden definitiv deutlich salzig.
Das hieße, dass die meisten Erwachsenen durchschnittliches Ostseewasser nicht als salzig erkennen würden, Nordseewasser hingegen schon. Auch das Wasser des Bodensees mit etwa 0,6 % würde noch nicht salzig schmecken.
Eindampfprobe
Nimmt man einen Liter See- oder Meereswasser, kann man die Flüssigkeit auch langsam durch Verdunsten oder aktiv durch Kochen oder Eindampfen auf ihren Salzgehalt reduzieren. Als natürlichen Vorgang nennt man das auch Evaporation. Wenn die oben angegeben Salinitäten in etwa zutreffen, müsste man durch Eindampfen in die Nähe folgender Ergebnisse kommen:
- Ein Liter verdunstetes Bodenseewasser müsste etwa 6 g Salz hinterlassen.
- Ein Liter verdunstetes Ostseewasser müsste etwa 8 g Salz hinterlassen.
- Ein Liter verdunstetes Nordseewasser müsste etwa 35 g Salz hinterlassen.
- Ein Liter verdunstetes Mittelmeerwasser müsste etwa 37 g Salz hinterlassen.
- Für einen realen Versuch dazu, siehe Salinitäts-Versuch (externer Link)
Die Salzgehalte schwanken sicherlich stark nach Ort und Zeit. Wenn über dem flachen Wattenmeer der Nordsee lange Zeit starker Regen niedergeht dürfte der Salzgehalt deutlich niedriger sein als nach langer Trockenheit. Und nahe an den Mündungen von größeren Flüssen dürfte der Salzgehalt ebenfalls deutlich niedriger als etwa auf offener See sein.
Fußnoten
- [1] Der größte Teil der angegebenen Werte zu Salinitäten stammt von der Wikipedia-Seite zu Salinität, abgerufen am 18. Dezember 2025.
- [2] Die Salinität des Bodensees ist in den Jahren bis 2010 deutlich angestiegen: "we conclude that the observed increase in the chloride concentration in Lake Constance is due to about 45% by road deicing salts, whereas wastewater, farming, and incineration of solid wastes are responsible for the remaining 55%." Und zur Konzentration heißt es: " In the Upper Lake Constance—located in the border triangle of Germany, Austria and Switzerland, the volume-weighted annual mean chloride concentration increased from 2.5 to 5.2 mg L⁻¹ between 1961 and 1987 […] A recent ‘Green Report’ […] on the actual state of Lake Constance reported an all-time high of 6.1 mg L⁻¹ in 2007". In: Müller, Beat, und René Gächter. 2011. „Increasing chloride concentrations in Lake Constance: characterization of sources and estimation of loads.“ Aquatic Sciences 74 (1): 101–112. DOI: 10.1007/s00027-011-0200-0. Online: https://www.bafu.admin.ch/dam/en/sd-web/9ra2z3DFuEhu/increasing_chlorideconcentrationsinlakeconstance.pdf
- [3] Zur Schmeckbarkeit des Salzes in Wasser wurde eine Studie mit 201 Erwachsenen aus Marokko durchgeführt und im Jahr 2020 veröffentlicht: "A total of 11 prepared solutions of sodium chloride at different concentrations ranging from 0–500 mmol/L were used. Findings The average of the total population was 14.6 ± 10.9 mmol/L. And, 84% of the total population recognized the salt taste at the concentration of 15 mmol/L." Der Wert von 15 mmol/L entspricht einer Salinität von 0,88 g/L (oder 0,88 Promille) und liegt damit knapp oberhalb des Wertes für die Ostsee. In: El-Kassimi, Chaima, Saïd Boujraf, Mohammed El-Hattaoui und Abdellatif Bour. 2020. „The Threshold of Salt Taste Recognition Among a Sample of Moroccan Population“. Progress in Nutrition 22 (4): e2020054. Mehr unter 👉 Salzwasser-Schmeck-Versuch
- [4] Für den Jadebusen an der deutschen Nordseeküste wurden in den 1970er Jahren Salinitäten zwischen 2,2 bis 3,3 % (22 bis 33 Promille) angegeben. Die niedrigsten Werte hat man am Ende der verdunstungsarmen und regenreichen Winterzeit im März, die höchsten Werte von Ende August bis Ende Oktober, wenn die Verdunstung eher stark ist. In: Hans-Erich Reineck: Das Watt. Ablagerungs- und Lebensraum. Dritte Auflage. Senckenberg-Buch 50. Verlag Waldemar Kramer. Frankfurt am Main. 1982. ISBN: 3-7829-1067-2. Dort im Kapitel "IV. Das Watt als Lebensraum", von Jürgen Dörjes, speziell die Seiten 111 (Jahresgang als Graph) bis 113 (explizite Angaben im Text).
- [5] Der Salzgehalt der Nordsee liegt im Nordwesten, auf der Höhe von Schottland, mit etwa 3,5 % am höchsten. Ander südlichen Küste nimmt er im Sommer von der Oosterschelde in den Niederlanden bis zur Elbmündung im Osten von etwa 3,4 auf um die 3,0 % ab. Im Winter liegen die Werte entlang dieses Küstenabschnittes näher bei 3,0 %. Eine wichtige Rolle spielen hier die Süßwassereinträge von Flüssen. Zusammenfassend heißt es: "Küstengebiet: Salzgehalte <32, Mischgebiet: Salzgehalte >32 und <34, Offene See: Salzgehalte >34". In: SH, Nordseezustand 2008-2011, Berichte des BSH, Nr. 54, 311 pp., Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hamburg und Rostock, 2016. ISSN-Nr. 0946-6010. Dort im Kapitel "3. Meeresphysik", Unterkapitel "3.6 Salzgehalt", Seite 138. Online: https://www.bsh.de/download/Berichte-des-BSH-54.pdf
- [6] "Die Erniedrigung des Salzgehaltes in den Gewässern rund um Helgoland (28-32 ‰) aber fällt vergleichsweise gering aus und liegt für viele Meeresorganismen noch innerhalb ihrer Toleranzspanne." In: Klaus Janke: Die Lebensgemeinschaften im Felswatt von Helgoland: Einzigartige Vielfalt an Deutschlands Nordseeküste. Die Küste, 49 (1990), Helgoland, 47-69. Online: https://izw.baw.de/die-kueste/0/k049103.pdf
- [7] Priele oder Gezeitentümpel entstehen, wenn sich bei Ebbe das Wasser der Nordsee zurück zieht. Priele sind rinnenartige Gewässer, die dann oft noch Wasser führen. Gezeitenpfützen sind stehende Gewässer und vom fließenden Wasser abgeschlossen. Bei starkem Regen nimmt der Salzgehalt ab, bei starker Verdunstung nimmt er zu. Geht man für die südliche Nordsee von Salzgehalten von 2,8 bis 3,3 % aus, und geht man dann weiter von Schwankungen bis zu 2,5 %-Punkten um diese Mittelwerte aus, dann kommt man auf Salzgehalte in solchen Bereichen von 0,3 % (extrem ausgesüßt) bis 5,8 % (extrem salzig. In einem Fachbuch heißt es zum Salzgehalt auf "Wattflächen", dass "unter extremen Bedingungen wie Gewitterregen" oder nach "intensiver Sonneinstrahlung" dann doch "Schwankungen bis 25 Promille möglich" sind. In: Hans-Erich Reineck: Das Watt. Ablagerungs- und Lebensraum. Dritte Auflage. Senckenberg-Buch 50. Verlag Waldemar Kramer. Frankfurt am Main. 1982. ISBN: 3-7829-1067-2. Dort im "Kapitel IV. Das Watt als Lebensraum" von Jürgen Dörjes, Seite 113. Siehe auch 👉 Gezeitentümpel