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Rhetos Lexikon


Physik


Grundidee


Das Rhetos® Lexikon der Physik und der spekulativen Philosophie erklärt physikalische Effekte, Formeln, Fachworte und Hintergründe vor allem mit Worten - daher auch der Name Rhetos - und mit einfachen Experimenten, die man leicht selbst nachstellen kann. Die Grundidee ist, dass gerade die sprachliche Fassung und das praktische Tun ein Verständnis schaffen können, das von Formeln alleine nicht kommt. Dazu stehen hier einige Beispiele.

1. Prinzip: Worte und Texte


Was ist eine Quadratsekunde? Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich in den 1980er Jahren als Schüler der Mittel- und Oberstufe monatelang darüber sinnierte, was der anschauliche Sinn hinter der Einheit m/s² (Meter pro Sekunde Quadrat). Was könnte es meinen, eine Sekunde mit sich sebst malzunehmen? Mein damaliges Lehrbuch der Physik schrieb nur knapp: die Einheite der Beschleunigung ist m/s². Erst Jahre später, im Studium, erkannte ich, dass diese Einheit aus einer mathematischen Vereinfachung heraus entstand, nämlich aus dem Doppelbruch Meter pro Sekunde pro Sekunde. In dieser ursprünglichen Fassung gab es keine mysteriöse Quadatsekunde. Und darüber wurde auch die eigentliche physikalische Bedeutung klar: die Beschleunigung in m/s² sagt, um wie viele Meter pro Sekunde ein Gegenstand seine Geschwindigkeit in jeder Sekunde ändert[1]. Der grundlegende Leitgedanke des Rhetos Lexikons ist es, dass die Erklärung ganz über Fließtexte verständlich sein sollten. Siehe dazu auch den Artikel zu Rechnen und Sprache ↗

2. Prinzip: einfache Versuche


Zwischen eine kleine Glühbirne und ein senkrecht hingestelltes Blatt Papier wird ein Bleistift gehalten. Wie sieht der Schatten aus? Kann man vom Schatten auf die Lage des Bleistiftes schließen? Wie verändert sich der Schatten, wenn der Bleistift von zwei nah beieinander stehenen Birnchen angestrahlt wird? Solche einfachen Versuche[2] führen oft zu Fragen und Aha-Erlebnissen, die man über eine reine Beschäftigung mit Büchern oder Internetseiten nciht bekommen würde. Das Rhetos Lexikon der Physik beschreibt woimmer möglich, wie man sich Sachverhalte der Physik, Mathematik und Chemie mit einfachen Versuchen aus alleine klar machen kann. Siehe als Beispiel dazu Schattenbank (Lernwerkstatt) ↗

3. Prinzip: Zusammenhänge


Eine alte Videokassette ist für sich alleine nicht besonders interessant. Wenn Archäologen aber in zweitausend Jahre alten, ungestörten Erdschichten eine solche Kassette entdecken, dann wird sie hochinteressant[3]. So sind vielleicht die Bewegungsgesetze von Isaac Newton für sich alleine nicht besonders interessant. Sie können aber sehr interessant werden, wenn man erkennt, welche Rolle sie in scharfen theologischen Diskussionen[4] führten und wie sie später zur Idee eines sinnlos wie ein Räderwerk ablaufenden Kosmos wurden[5]. Auf kurzen Umwegen führten die drei Newtonschen Axiome der heutigen Schulphysik damals zur strittig diskutierten Idee von einem Uhrwerk-Universum ↗

4. Prinzip: wenige Bilder


Ein einzelner Artikel im Rhetos Lexikon enthält höchstens ein Bild. Und das ist auch gewollt. Das mag verwundern, wo das Lexikon doch gerade anschauliche Erklärung liefern soll. Der Grund dafür ist eine Beobachtung, die wir immer wieder in unserer Lernwerkstatt gemacht haben: je mehr fertige oder halbfertige Bilder, Skizzen, Tabellen und Graphen ein Lernender angeboten bekommt, desto mehr verkümmert die Fähigkeit, sich genau solche Bilder in der inneren Vorstellung aufbauen zu können.

Eine kurze Geschichte des Rhetos Lernlexikons


Das Rhetos Lexikon der Physik entstand im Jahr 2010 und war zunächst ein Nachschlagewerk für Schüler der Mathe-AC Lernwerkstatt in Aachen. Der Schwerpunkt lag von Anfang auf der Mathematik und Physik. Neben Erklärseiten zu Standardthemen aus der Schule (pq-Formel, Pendelgesetz) entstanden über die Jahre auch Anleitungen zu Versuchen aus der Lernwerkstatt. Heute umfasst das Lexikon rund 40 tausend Seiten und hat einige tausend Besucher pro Tag. Es ist werbe- und kostenfrei und verfolgt keine kommerziellen Absichten.

Fußnoten