Genius malignus
Philosophie
© 2016
- 2026
Basiswissen
„Ich will also annehmen, dass nicht der allgütige Gott, die Quelle der Wahrheit, sondern irgendein böser Geist, der zugleich höchst mächtig und listig ist, all seinen Fleiß darauf verwendet hat, mich zu täuschen“ [1]: als Genius malignus bezeichnete der Mathematiker und Philosoph Rene Descartes einen hypothetischen Geist, der dem Mensch eine Welt real existierender Dinge vorgaukeln könnte, ohne dass es diese Dinge wirklich gibt. Die Dinge der Außenwelt heißen bei Descartes res extensa. Descartes löste das Problem für sich, indem er auf einen Gott vertraute, der eine solche Täuschung nicht zuließe. In der Philosophie zeigte das Problem aber eine große Hartnäckigkeit. Siehe zu den Zweifeln an der Erkennbarkeit der Außenwelt beispielhaft den Artikel zur 👉 Berkeley-Frage
Fußnoten
- [1] Descartes' Original aus dem Jahr 1641: "Supponam igitur non optimum Deum, fontem veritatis, sed genium aliquem malignum eundemque summe potentem et callidum omnem suam industriam in eo posuisse, ut me falleret." In: Descartes, René. Meditationes de prima philosophia, in qua Dei existentia et animae immortalitas demonstratur. Paris: Michel Soly, 1641.