A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 9 Ω
Das Banner der Rhetos-Website: zwei griechische Denker betrachten ein physikalisches Universum um sie herum.

Taylor-Reihe

Definition | Zweck

© 2016 - 2026




Basiswissen


Eine Taylor-Reihe ist eine Summe aus unendlich vielen Potenztermen, die aber alle einem einheitlichen Bildungsgesetz folgen. Damit lassen sich viele praktische Probleme lösen. Hier wird erklärt, was eine Taylor-Reihe ist und wie man Werte berechnet.



Bildbeschreibung und Urheberrecht
Die Bildungsvorschrift zur Berechnung einer Taylor-Reihe☛


Was ist eine Taylor-Reihe?


  • Die Taylor-Reihe wird immer für eine bestimmte Funktion erstellt.
  • Wie die Taylor-Reihe erstellt wird, folgt einer bestimmten 👉 Formel

Wozu sind Taylor-Reihen gut?


  • Das sind Funktionen wie cos, sin, tan, e^x und viele andere.
  • Und auch zur Integration [Aufleitung] einiger schwieriger Funktionen.

Wie bildet man eine Taylor-Reihe?


  • Es müssen zwei Dinge gegeben sein: Eine Funktionsgleichung und eine Zahl a.
  • Die Zahl a nennt man Entwicklungsstelle oder Entwicklungszentrum.
  • Man nimmt die Funktion f(x) und berechnet ihren Funktionswert für x=a.
  • Das gibt den ersten Summanden.
  • Dann berechnet man f'(a), teilt es durch 1! und multipliziert alles mit (x-a)¹
  • Das gibt den zweite Summanden
  • Dann berechnet man f''(x), teilt es durch 2! und multipliziert alles mit (x-a)²
  • Das den dritten Summanden.
  • Dann berechnet man f'''(x), teilt es durch 3! und multipliziert alles mit (x-a)³
  • Das gibt den vierten Summanden.
  • Und jetzt weiter so, bis vielleicht zum 5ten Summanden.

Beispiel x²


Berechnung

  • f(x) = x² an a=2
  • Das ist die Beispielfunktion mit einer Entwicklungsstelle.
  • Man sucht einen Näherungsterm für x² nahe bei x=2.
  • Wir gehen dafür nach den obigen Regel vor.
  • Man nimmt die Funktion f(x) und berechnet ihren Funktionswert für x=2.
  • Das gibt den ersten Summanden: f(2) = 4.
  • Dann berechnet man f'(a), teilt es durch 1! und multipliziert alles mit (x-a)¹
  • Das gibt den zweiten Summanden: 4 durch 1! mal (x-2)¹, also: 4x-8
  • Dann berechnet man f''(x), teilt es durch 2! und multipliziert alles mit (x-a)²
  • Das gibt den dritten Summanden: 2 durch 2! mal (x-2)², also: x²-4x+4
  • Dann berechnet man f'''(x), teilt es durch 3! und multipliziert alles mit (x-a)³
  • Das gibt den dritten Summanden: 0 durch 4! mal (x-2)³, also: 0
  • Also: f(x) nahe bei x=2 ist: 4 + (4x-8) + (x²-4x+4)

Deutung

  • Man hat einen Term, für den man x-Werte nahe bei x=2 annähern kann.
  • Je näher man an der Entwicklungsstelle x=2 bleibt, desto besser die Näherung.
  • f(x) nahe bei x=2 ist: 4 + (4x-8) + (x²-4x+4)

  • f(2,1) = 4 + (4·2,1-8) + (2,1²-4·2,1+4) + 0
  • f(2,1) = 4,41 <- das gibt den exakten Funktionswert von f(x)

  • f(20) = 4 + (4·20-8) + (20²-4·20+4)
  • f(20) = 4 + 72 + (400-80+4)
  • f(20) = 400 <- auch das gibt den exakten Funktionswert

Fazit

Bildet man die Taylor-Reihe eines Polynoms vom Grad n bis zum n-ten Glied, so liefert die Taylor-Reihe keine Näherung der ursprünglichen Funktionswerte sondern die Berechnung der exakten, identischen Werte. Es gibt damit keinen praktischen Grund, ein Polynom nach Taylor zu entwickeln. Man kann immer den ursprünglichen Term verwenden.

Beispiel sin(x)


  • f(x) = sin(x) mit a=0
  • Das ist die Beispielfunktion mit einer Entwicklungsstelle.
  • Man sucht einen Term für Sinuswerte nahe bei x=0.
  • Wir gehen dafür nach den obigen Regel vor.
  • Man nimmt die Funktion f(x) und berechnet ihren Funktionswert für x=0.
  • Das gibt den ersten Summanden: f(0) = 0.
  • Dann berechnet man f'(a), teilt es durch 1! und multipliziert alles mit (x-a)¹
  • Das gibt den zweiten Summanden: cos(0) durch 1! mal (x-0)¹, also: x
  • Dann berechnet man f''(x), teilt es durch 2! und multipliziert alles mit (x-a)²
  • Das gibt den dritten Summanden: 0 durch 2! mal (x-0)², also: 0
  • Dann berechnet man f'''(x), teilt es durch 3! und multipliziert alles mit (x-a)³
  • Das gibt den dritten Summanden: -1 durch 3! mal (x-0)³, also: -x³/6
  • Mit dem vierten Glied, dem kubischen, wird hier willkürlich abgebrochen.
  • Also: f(x) nahe bei x=0 ist ungefähr: 0 + x + 0 - x³/6
  • Vereinfacht: x-x³/6
  • Für kleine Werte von x fällt kann der kubische Teil vernachlässigt werden.
  • Die Näherung für sin(x) nahe bei Null ist dann:
  • sin(x) ≈ x

Wie deutet man eine Taylor-Reihe


  • Es ist eine Pluskette aus einfachen Termen entstanden.
  • In den Summanden taucht die Variable x auf.
  • Sie ist dieselbe Variable wie das x aus f(x).
  • Wenn man Werte von f(x) berechnen will, kann ...
  • man jetzt alternativ auch die Taylor-Reihe berechnen.
  • Die Taylor-Reihe liefert eine gute Näherung für f(x).

Startseite Impressum Feedback © 2010-2025 Nachilfe Physik Nachilfe Chemie