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Lupe

Optik

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Basiswissen


Definition: Als Lupe bezeichnet man eine Sammellinse. Meist meint man mit Lupe eine solche Linse für den einfachen Handgebrauch wie etwa als Vergrößerungsglas zum Lesen. Lupen haben oft einen Griff, manchmal sind sie auch fest mit einem Etui verbunden. In einem wissenschaftlichen Zusammenhang nennt man eine Lupe auch eine Sammellinse.



Bildbeschreibung und Urheberrecht
Eine Lupe vergrößert einen Teil des Mittelatlantischen Rückens (unterseeisches Gebirge).☛


Form


Eine Lupe ist immer eine Sammellinse. Eine Sammelinse ist immer nach beiden Seiten hin nach außen gewölbt. In einem eher wissenschaftlichen Zusammenhang spricht man weniger von einer Lupe sondern eher von einer 👉 Sammellinse

Was ist der Unterschied zu einem Brennglas?


Nur die Verwendung: von einer Lupe spricht man meist, wenn der Zweck in der Vergrößerung von Bildern liegt. Man spricht von Leselupen oder Lupen für Briefmarkensammler. Bei einem Brennglas steht die Bündelung von Sonnenlicht auf einen Punkt im Vordergrund. Siehe auch 👉 Brennglas

Was besagt die Brennweite?


Parallel von einer Seite auf eine Lupe einfallende Strahlen werden auf der anderen Seite in einem gemeinsamen Punkt gebündelt. Waren die einfallenden Strahlen auch senkrecht zur Lupe ausgerichtet, ist dieser Bündelungsunkt auch der Brennpunkt. Diesen Abstand von der Linse nennt man die Brennweite. Je kürzer die Brennweite, desto stärker die Vergrößerungswirkung. Siehe auch unter 👉 Lupen-Brennweite bestimmen

Funktionieren Lupen auch unter Wasser?


  • Ja, aber nicht so effektiv wie an Luft.
  • Man halte eine Münze unter Wasser und ebenso eine Lupe.
  • Die Lupe wird die Münze immer noch etwas vergrößern.
  • Aber die Vergrößerung ist nicht so stark wie an Luft.

Lupen und der Strahlensatz


  • Mit einer einfachen Leselupe kann man Bilder an Wänden erzeugen.
  • Man hält die Leselupe zwischen ein Fenster bei Tageslicht und eine Wand.
  • Wenn man den richtigen Abstand gewählt hat, erscheint das Fenster auf der Wand.

Geschichte


Dass gewölbte Gläser interessante Effekte mit Licht erzeugen und Feuer entfachen können war bereits in der Antike bekannt. [1] In einem modernen Sinn wissenschaftlich beschäftigte sich dann um das Jahr 1021 in Kairo (während eines Hausarrests) der arabsische Gelehrte Alhazen mit der optischen Wirkung von Gläsern. Er beschrieb unter anderem wie man mit Gläser etwas vergrößern kann. [2] Im westeurpäischen Mittelalter wurden in Klöstern plankonvex gewölbten Gläser (eine Seite ist flach) als sogenannte Lesesteine verwendet. In der Zeit der Scholastik (theologische Philosophie) griff dann unter anderem der englische Gelehrte Roger Bacon (1214 bis 1294) die Optik wieder in einem wissenschaftlichen Sinn auf. Bacon gilt heute als Erfinder der Brille. Dass man mit einer Lupe Bilder der Wirklichkeit auf eine Fläche projizieren kann, wurde spätestens im Jahr 1568 von dem Italiener Daniele Barbaro beschrieben. [4] Ein sehr simpler Versuch, wie man mit einer Lupe ein Bild auf eine Fläche werfen kann ist beschrieben im Artikel zum 👉 Lupen-Kino

Fußnoten


  • [1] Plinius der Ältere um 77 n. Chr.: "glass globes containing water become so hot when they face the sun that they can set clothes on fire." In: Naturalis Historia. Buch 36. DOI: 10.4159/DLCL.pliny_elder-natural_history.193
  • [2] Alhazen, um 1021 n. Chr.: "If an object is placed in a dense spherical medium of which the curved surface is turned towards the eye and is between the eye and the centre of the sphere, the object will appear magnified." Arabisches Original von Alhazen in: Kitāb al-Manāẓir (Schatz der Optik, 1011 bis 1021).‎ Übersetzt in: King, Henry C. (2003), The History of the Telescope, Courier Dover Publications, p. 25, ISBN 0486432653. Siehe auch 👉 Alhazen
  • [3] Roger Bacon, um 1267: "If a man looks at letters or other small objects through the medium of a crystal or of glass or of some other transparent body placed above the letters, and it is the smaller part of a sphere whose convexity is toward the eye … he will see the letters much better and they will appear larger to him. Therefore this instrument is useful to the aged and to those with weak eyes. For they can see a letter, no matter how small, sufficiently enlarged." In: Roger Bacon, Opus Majus, Part V. 1267. Englische Übersetzung zitiert in:; The Rise of the Small: Meaning, Metaphysics, and the Microscope. Keith Michael Mikos. Dissertation. University of Minnesota Conservancy, 2025, 6. PDF OnlineKeith Michael Mikos: https://conservancy.umn.edu/bitstreams/b9ef1e1c-883f-4874-9428-9fd853849a24/download
  • [4] Daniele Barbaro: La Pratica della Perspettiva. Venedig. 1568.

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