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Das Banner der Rhetos-Website: zwei griechische Denker betrachten ein physikalisches Universum um sie herum.

Expansion des Universums

Kosmologie

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Grundidee


Der Weltraum wird immer größer: in den 1920er Jahren stellte der belgische Priester Georges Lemaitre fest, dass sich so gut wie alle [4] Galaxien von unserer Galaxie entfernen. Und: die Fluchtgeschwindigkeit, mit der sie sich entfernen ist umso größer, je weiter die Galaxie von uns enfernt ist. Diese Beobachtung bestätigte schon bestehende theoretische Gedanken eines sich ausdehnenden Universums. Dabei dehnen sich die Objekte im Universum nicht mit aus, sondern nur der leere Raum zwischen ihnen. [5] Damit wurden alte Vorstellungen wieder aktuell, dass der Kosmos unendlich ausgedehnt sein könnte oder einer solchen Ausdehnung ins Unendliche zustrebt. [6] Zu den astronomischen Belegen für eine ständige Ausdehnung siehe den Artikel zur 👉 Hubble-Konstante

Fußnoten


  • [1] Erich Bagge: Die Entstehung der kosmischen Ultrastrahlung und das Expansionsphänomen der Welt. Karl Thieme, München 1966.
  • [2] Das Modell der Bombensplitter, in einer Version aus dem Jahr 1953: "Vor dem geistigen Auge des Beschauers entsteht so ein fasznierendes Bild des Kosmos: In einem zentralen Punkte befindet sich ein ruhendes Sternensystem - unsere Milchstraße - , darum herum sind nach allen Richtungen des Raumes einigermaßen gleichmäßig ähnliche Weltengebilde verteilt, die mit großer Geschwindigkeit von diesem Zentrum fortstreben." Nach Bagge wäre das auch das Bild, das ein Beobachter hätte, der sich "unmittelbar nach der Detonation einer großen Sprengbombe an den Explosionsherd begäbe und die Bombensplitter verfolgte." Dabei würde der Beobachter auch feststellen, dass sich die weiter entfernten Splitter schneller von ihm fortbewegen als die näheren Splitter, denn: "Bruchstücke, die im Moment der Explosion zufällig eine große Geschwindigkeit erhielten, hätten sich weiter von ihm entfernt als andere, die von Anfang an langsamer waren." Ausgehend von diesem gut nachvollziebaren Bild, so Bagge, kann man jetzt rechnen: "Ebenso nämlich wie der irdische Beobachter aus den augenblicklichen Geschwindigkeiten der Bombensplitter und ihrer zugehörigen Entfernungen rückwärts zu berechnen vermag, vor wieviel Sekunden die Zündung des Pulvers erfolgte, kann der Astronom als „Alter der Welt“ einen Zeitraum von rund vier Milliarden Jahren angeben, den er aus der Fluchtbewegung der Spiralnebel schließt. In: [3, Seite 287 und 288]. Erich Bagge: Der Urknall und die Geburt der chemischen Elemente. In: Das Neue Universum. Ein Jahrbuch des Wissens und Fortschritts. 70. Band. Union Deutsche Verlagsgesellschaft. Stuttgart. 1953. Dort ab Seite 286. Zur Abschätzung des Alter des Universmus mit Hilfe des Bombensplitter-Modells siehe auch 👉 Bagges Weltalter
  • [3] Einen kurzen Überblick über die Ideengeschichte der Expansion des Universums gibt Richard Panek: Was das Weltall auseinander treibt. In Spektrum der Wissenschaft. März 2024. Dort die Seiten 12 bis 21.
  • [4] Eine Ausnahme ist die Andromedagalaxie, unsere Nachbargalaxie. Die Andromedagalaxie bewegt sich mit einer hohen Geschwindigkeit von etwa 110 Kilometern in jeder Sekunde auf unsere eigene Galaxie, die Milchstraße zu. Zur Kollision kommt es in wahrscheinlich 3 bis 4 Milliarden Jahren. Siehe auch 👉 Andromedagalaxie
  • [5] Bei der Expansion des Universums dehnt sich vor allem der leere Raum zwischen den Galaxien aus. Der Raum in den Galaxien und die darin befindlichen Körper hingegen dehnen sich nicht nennenswert aus. Die Gravitationskraft wirkt der Ausdehnung entgegen: "die Galaxien selbst werden durch ihre eigene Anziehungskraft zusammengehalten und dehnen sich nicht zusammen mit dem Unversum aus. Erst irgendwo zwischen den Entfernungen der Galaxienhaufen und -fäden gewinnt die Expansion des Universums die Oberhand und dehnt das galaktische Netz aus." In: Sabine Hossenfelder: Mehr als nur Atome. Was die Physik über das Leben verrät. Englisches Original: Existential Physics: A Scientist's Guide to Life's Biggest Questions. Viking, New York. Deutsche im Pantheon Verlag, 2024. ISBN: 978-3-570-53500-2. Dort das "Kapitel 8 Denkt das Universum?". Seite 221 und 222.
  • [6] Im Jahr 1848 etwa verwarf der Dichter Edgar Allan Poe die Idee eines unendlich ausgedehnten Kosmos. Er gab unter anderem fehlende astronomische Beobachtungen an. Tatsächlich sollten diese aber gut 80 Jahre nach Poes Tod nachgeliefert werden. Hier ist Poes ursprünglicher Gedanke: "I have already given my reasons for presuming Matter to have been diffused by a determinate rather than by a continuous or infinitely continued force. Supposing a continuous force, we should be unable, in the first place, to comprehend a rëaction at all; and we should be required, in the second place, to entertain the impossible conception of an infinite extension of Matter. Not to dwell upon the impossibility of the conception, the infinite extension of Matter is an idea which, if not positively disproved, is at least not in any respect warranted by telescopic observation of the stars — a point to be explained more fully hereafter; and this empirical reason for believing in the original finity of Matter is unempirically confirmed." In: Edgar Allan Poe: Eureka: A Prose Poem. Herausgegeben von GEO. P. PUTNAM, Neu York, 1848. Online: https://www.gutenberg.org/files/32037/32037-h/32037-h.htm

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