Zuwachs
Mathematik
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Definition
Zuwachs war ursprünglich, um das Jahr 1780 noch das, was einem Menschen durch die Landwirtschaft an Gütern dazugewachsen ist. [1] Später, um 1850, hat sich die Bedeutung erweitert hin zu einer Vermehrung, etwa durch Flüchtlinge [2] oder Soldaten [3]. Und wiederum später, etwa um 1900 findet man das Wort in seiner heutigen Bedeutung als Wachstum, etwa von Schall. [4] In der Mathematik bezeichnet der Zuwachs heute die absolut betrachtete Menge, die bei einem Wachstumsschritt neu hinzukommt. Das ist hier kurz erklärt.
Zahlen- und Sachbeispiel
Ich bringe hier als Zahlenbeispiel den jährlichen Zuwachs an Kohlendioxid in der Atmosphäre der Erde. Ich glaube, dass viele Menschen die wahre Bedeutung dieses Zuwachses folgenschwer unterschätzen. Wie dem auch sei, hier sind einige offiziellen Zahlen zum Anteil von Kohlendiodix in der Erdatmoshäre, angegenen in ppm, das heißt parts per million. Die Zahl sagt also, wie viele von einer Million Teilchen der Luft Kohlendioxidteilchen sind. Die Werte sind auf ganze Zahlen gerundet.
- 1960 | 317
- 1961 | 318
- 1962 | 318
- 1963 | 319
- 1964 | 320
- 1965 | 320
Von 1960 bis 1965 kam in jedem Jahr maximal ein Teilchen CO2 neu dazu. Der jährliche Zuwachs lag bei 0 bis 1 Teilchen. Sehen wir nun, wie die Sache 60 Jahre später aussah:
- 2020 | 414
- 2021 | 416
- 2022 | 419
- 2023 | 421
- 2024 | 425
In den frühen 2020er Jahren schwankte der jährliche Zuwachs zwischen 2 bis 4 Teilchen. Man sieht, dass sich der Zuwachs stark erhöht hat. Man kann sagen, dass der Anteil von Kohlendioxid in der Atmosphäre nicht lineare in immer gleichen Zuwächsen sondern beschleunigt mit wachsendem Zuwachs wächst. Doch das kann rein physikalisch oder sogar rein logisch nicht ewig so weiter gehen. Rechnerisch ist mit dem Zuwachs spätestes dann Schluss, wenn alle Teilchen der Atmosphäre aus Kohlendioxid besteht.
Kämen jedes Jahr weiter rund 3 Teilchen pro 100 Millionen Teilchen (ppm), dazu, dann wäre in rund 333 Tausend Jahren die Erdatmosphäre ganz mit Kohlendioxid gesättig. Ein weiterer Zuwachs wäre dann auch logisch nicht mehr denkbar. Tatsächlich gibt es sogar einen Planeten in fast diesem Zustand: die Atmosphäre unseres Nachbarplaneten Venus besteht zu über 95 % aus Kohlendioxid. [7]
Ein Prozess, der CO2 aus der Atmosphäre wieder entnehmen kann ist die Verwitterung manchen Gesteine. Bei der Verwitterung wird das Kohlendioxid aus der Luft in die Mineralstruktur der entstehenden Gesteine eingebunden. In der Geschichte der Erde hat genau dieser Effekt so manchen CO2-Anstieg gebremst oder sogar wieder rückgängig gemacht. Der Wunsch, die unvermeidlichen Folgen eine galoppierenden Klimawandels abzumildern oder sogar wieder rückgängig zu machen führen zu verschiedenen Ideen für ein 👉 Geoengineering