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Hirnkartierung

Physik

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Definition


Schon im frühen 19. Jahrhundert wurde vermutet, dass bestimmte Funktionen des Gehirns an bestimmte Bereiche innerhalb des Gehirns gebunden seien. [1] Man sprach zum Beispiel von geistigen Organen. [2] Im 20. Jahrhundert wurden dann eine Reihe von Teilen des Gehirns gefunden, die eng mit bestimmten Funktionen zusammenhingen. Man sprach etwa von einer Seh-, Bewegungs-, Hör- und Richrinde. [3].Das Konzept wurde schon 1909 bis hin zu 52 verschiedenen Arealen der Hirnrinde ausgearbeitet [4] [5] [6]



Bildbeschreibung und Urheberrecht
Die Idee einer örtlichen Ballung von bestimmten Funktionen (Sprechen, Lesen, Bewegen, Hören, Sehen etc.) führt zur Idee einer Kartierung des Gehirns nach solchen Fertigkeiten. © OpenStax College ☛


Fußnoten


  • [1] Phrenologie (v. gr.), 1) Gehirnlehre; 2) Schädellehre, die Vergleichung der Geistesvermögen mit den äußeren Formen des Schädels." Und noch sehr ausführlich weiter. In: Pierer's Universal-Lexikon, Band 13. Altenburg 1861, S. 102. Online: http://www.zeno.org/nid/20010634649
  • [2] Geistige Organe": "Phrenologie (phrên, phrenes. Ausdruck von SPURZHEIM): Lehre von den geistigen »Organen«, Eigenschaften und Dispositionen (z.B. Orts-, Farben-, idealer Sinn, Zerstörungstrieb u.s.w.) in ihrer Beziehung zu den Formen (Ausbuchtungen u. dgl.) des Schädels (Kraniologie, Kranioskopie)." In: Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe, Band 2. Berlin 1904, S. 119. Online: http://www.zeno.org/nid/20001799304
  • [3] Ramon y Cajal: Studien über die Hirnrinde des Menschen. J. A. Barth, Leipzig 1900 — 1906. In der deutschen Übersetzung ist dann zum Beispiel die Rede von einer Sehrinde (1900), einer Bewegungsrinde (1900), einer Hörrinde (1902) und einer Riechrinde (1903).
  • [4] K. Brodmann: Vergleichende Lokalisationslehre der Großhirnrinde. 1909. Einige Stichworte aus dem Werk sind: "Elektromotorische Region", "Sehsphäre des Menschen", "Hörsphäre des Menschen", "topographische Lokalisation", "Cortexgliederung", "Assoziationsschicht", und "Projektionsschicht". Diese Begriffe deuten an, dass es eine örtliche Ballung von Neuronen gibt, die gemeinsam an Aufgaben arbeiten.
  • [5] Brodman zieht folgendes Fazit aus seinem über 300 Seiten dicken Buch: "Wie man sieht, lassen sich die Anschauungen der anatomischen und physiologischen Lokalisation im ganzen wohl vereinen. Beide führen im Prinzip zur Abgrenzung von flächenhaften Bezirken, also zu einer topographischen Gliederung der Hemisphärenoberfläche in differente Organe." In: Christian Wolf: Hirnkartierung: Ein neuer Atlas des Gehirns. Spektrum Magazin. 1. April 2017. Online: https://www.spektrum.de/magazin/hirnkartierung-ein-neuer-atlas-des-gehirns/1432040
  • [6] "Der deutsche Neuroanatom und Psychiater Korbinian Brodmann (1868–1918) kartografierte als Erster das menschliche Gehirn. [...] 1909 stellte er schließlich die Früchte seiner mühevollen Arbeit vor: eine Karte des Großhirns mit 52 Arealen, denen er teilweise auch schon unterschiedliche Funktionen zugewiesen hatte."
In: Christian Wolf: Hirnkartierung: Ein neuer Atlas des Gehirns. Spektrum Magazin. 1. April 2017. Online: https://www.spektrum.de/magazin/hirnkartierung-ein-neuer-atlas-des-gehirns/1432040

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