Selbstüberschätzung
Psychologie
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Definition
Selbstüberschätzung meint, dass das Vertrauen in die eigenen Entscheidungen größer ist als es der Erfolg eigentlich erlauben sollte. Das Phänomen ist eng verwandt mit dem Scheinverständnis. Untersucht wird das unter anderem in der Psychologie. Hier sind einige Kernaussagen wissenschaftlicher Studien sowie ein Kuriosum lose zusammengestellt.
Aussagen zur Selbstüberschätzung
- Es gibt eine statistische Neigung von Menschen, ihre eigenen Fähigkeiten (accuracy) zu überschätzen (be overconfident). [1]
- Der Effekt ist bei Ja-Nein Fragen eher schwach ausgeprägt (little general overconfidence). [1]
- Unter- und Überschätzung hängen stark vom Sachgebiet (domain) ab. [1]
- Studenten überschätzen sich dabei, die Lieblingslieder ihrer Lehrpersonen richtig vorherzusagen. [2]
- Unternehmen (entrepreneur) neigen selbst dann zu Selbstüberschätzung, wenn sie schlechte Entscheidungen (flawed decisions) getroffen haben. [3]
- Jugendliche (vor allem Jungen) neigen zu Risiko, was aber nicht mit einer Selbstüberschätzung einhergehen muss. [4]
- Es gibt einige Personen, die beständig zu einer Selbstüberschätzung neigen. [5]
- Selbstüberschätzung kann zu besseren Ergebnissen in Examen führen. [7]
ANMERKUNG:Seit dem Jahr 2005 unterrichte ich Jungs und Mädchen in Mathematik und Physik. Sowohl in Schulklassen sowie in Lerngruppen und im Einzelunterricht fallen mir Jungs, vor allem ab einem Alter von etwa 13 bis 14 Jahren, mit deutlich mehr Selbstbewusstsein auf als Mädchen. Mir fallen sofort viele Jungs ein, die ohne Zögern und mit selbstbewusster Tonlage beharrlich falsche Antworten geben, über Jahre hinweg. Und gleichzeitig fallen mir vor allem viele Mädchen ein, die bei objektiv besseren Fertigkeiten stets einen sehr unsicheren Tonfall haben. Statt "Aussagen rauszuhauen" formulieren sie richtige Antworten selbst bei großer Versiertheit in einem fragenden Ton. Das Verhalten ist bei einzelnen Schülern auch über Jahre hinweg stabil, selbst dann, wenn ich es beharrlich anspreche.