Seife (Geologie)
Lagerstätte
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Definition
Eine Seife im Sinne der Lagerstättenkunde ist ein Vorkommen von stückig oder körnig verteilten Wertstoffen in Lockermaterial. Dabei ist wesentlich, dass das Wertmineral nicht ursprünglich im oder mit dem Lockergestein entstanden ist, sondern erst nachträglich nach dort eingetragen wurde. [1] Man unterscheidet je nach Art der Entstehung "residuale Seifen" (vor Ort im Ausgangsgestein), "eluviale Seifen" (Hänge, Böschungen), "alluviale Seifen" oder "Flussseifen", "Strandseifen" [4], "marine Seifen" (im Meer) und "äolische Seifen" (Wind). [1]
Bernsteinseifen
Bernstein ist hart gewordenes Harz von uralten Bäumen. Die Stückchen Bernstein finden sich heute oft in mehr oder minder lockeren Sedimenten von Tonen, Lehmen, Sanden und Kiesen. In großen Tagebauen, etwa im ehemals ostpreußischen Palmnicken (heute das russische Jantarny), wurden sie abgebaut.
Diamantseifen
An der Atlantikküste von Südafrika und Namibia gab und gibt es große Vorkommen von Diamanten im Sand der Wüste sowie im lockeren Sediment auf dem Boden des Meeres. Unter großen Sicherheitsvorkehrungen werden die Diamanten mit Sieben, Saugbaggern und anderen Geräten aus dem Lockergestein heraus gewonnen.

Eine Möglichkeit, die Diamanten vom umgebenden Sand zu trennen ist ein einfaches Trommelsieb.
Goldseifen
Gold kommt ursprünglich in Klüften von Festgesteinen vor. Werden die Gesteine verwittert, wird das Gold mit dem Verwitterungsmaterial in Flüsse und Bäche eingetragen. Es entstehen sogenannte Goldseifen [2] mit dem darin enthaltenen Seifengold [3]. Aus dem Lockermaterial der Gewässer kann es dann mit den Goldpfannen ausgewaschen werden. Auf diese Weise kann man zum Beispiel Gold in der Eifel oder in den Alpen [3] finden. Berühmte Seifenlagerstätten von Gold gab es zum Beispiel in Kimberley in Südafrika.
Schwermineralseifen
Wer am sandigen Strand der Nord- oder Ostsee entlang geht, kann nahe am Spülsaum oft bänderartige Strukturen von dunklem Sand erkennen. [5] Dort haben Wind und Strömung helle leichte von schweren dunklen Mineralkörnern getrennt. Der helle Sand besteht oft aus dem leichten Mineral Quarz, der dunkle Sand oft aus schweren Mineralen wie Zirkon, Magnetit oder Hornblende. Wo solche schweren Minerale in großen Mengen konzentriert vorhanden sind, lohnt sich vielleicht deren Abbau. Schwermineralseifen werden zum Beispiel am indischen Ozean in Südafrika abgebaut.
Fußnoten
- [1] Definition: "Seifen bezeichnen in der Geologie und in der Lagerstättenkunde sekundäre Mineralanreicherungen in Sedimenten wie Sand oder Kies, in denen sich mineralhaltige Körner entsprechend ihrem spezifischen Gewicht durch mechanische Strömungen sortiert, konzentriert und dann abgelagert haben. Vorkommen abbauwürdiger Konzentrationen von Edelmetallen, Schwermineralen oder Edelsteinen werden als Seifenlagerstätten bezeichnet." In: Lexikon der Geothermie. Bundesverband Geothermie. Dort der Artikel "Seife (Geologie). Abgerufen am 22. Juni 2026. Online: https://www.geothermie.de/bibliothek/lexikon-der-geothermie/s/seife-geologie
- [2] Das Wort "Goldseife" wird etwa verwendet in: F. von Wolff: Geologie, Mineralogie, Petrographie und Bergbau. Deutschlands Goldlagerstätten. In: Glückauf, Berg- und Hüttenmännische Zeitschrift. 1918. Nr. 10.
- [3] Von "Seifengold" ist die Rede in: Oliver Sachs: Die Suche nach dem Inngold. Der Bundschuh - Schriftenreihe des Museums Innviertler Volkskundehaus, Band 28, 2025. Seiten 12-25. Online: https://www.researchgate.net/profile/Oliver-Sachs/publication/399383583_Die_Suche_nach_dem_Inngold_The_Search_for_Inn_Placer_Gold/links/695801bb9aa6b4649dc7471f/Die-Suche-nach-dem-Inngold-The-Search-for-Inn-Placer-Gold.pdf
- [4] An Meeresstränden können oft schwarze Säume von Schwermineralen im gelben Quarzsand beobachtet werden. Die Ursache solcher Anreicherungen ist, daß schwerere Minerale in strömendem Wasser ein anderes Transportverhalten haben als leichtere Minerale wie Sand. Dadurch kann es in Brandungszonen und in Flüssen zu Anreicherungen mechanisch und chemisch widerstandsfähiger Minerale kommen, den sogenannte Seifenlagerstätte". Beispielhaft genannt werden "Brandungssande" mit "Monazit","Zirkon", "Cassiderit" (Kassiterit?), "Gold", "Diamant", "Korund" sowie speziell für die Ostsee "Magnetit", "Hornblende", "Granat" und "Pyroxen". In: Museumsführer für das Mineralogische und Geologische Museum der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel. Dort im Kapitel "5.4.1. Schwermineralseifen". Online: https://web.ifg.uni-kiel.de/Museum/museumsfuehrer/Lagerst/MinSeifen.html
- [5] Die hell-dunkel-Muster aus hellen leichten und dunklen schweren Mineralkörner werden ausführlich, speziell in ihrer Entstehung durch Wind und Wasserströmung beschrieben in: H. Joachim Schlichting: Strömungsmuster am Strand. Spektrum der Wissenschaft. Juli 2026. Dort auf den Seiten 38 und 39.