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Tellurium

Sonne-Erde-Mond Modell

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Basiswissen


Ein Tellurium ist ein mechanisches Modell zur Nachbildung der Bewegung der Erde um die Sonne [1], etwa zur Veranschaulichung der Entstehung der Jahreszeiten [5]. Ein Tellurium muss nicht - kann aber - auch den Mond mit beinhalten [4]. Damit kann man anschaulich die Enstehung von Tag und Nacht, den Mondphasen oder Mondfinsternissen nachstellen.



Bildbeschreibung und Urheberrecht
Ganz oben links der Mond, in der Mitte die Erde und rechts die Sonne: dieses Tellurium zeigt, wie Tag und Nacht sowie die Mondphasen oder Mondfinsternisse entstehen können. Ein Detail ist hier besonders wichtig für die Entstehung der Mondphasen: die Bahn des Mondes um die Erde ist etwas schräg zur Bahn der Erde um die Sonne. Wäre da nicht so, könnte es bei den gezeigten Größenverhältnissen keinen Vollmond geben. © Enochlau (Wikimedia) ☛


Video


Einfache Modelle der Sonne, der Erde und des Mondes werden oft für Kinder und interessierte Laien angeboten. Dabei können die wahren Verhältnisse der Größen von Himmelskörpern und ihrer Abstände zueinander nicht maßstabsgerecht dargestellt werden. Um die Modell auch mechanisch akzeptabel einfach und preiswert zu halten, sind auch die wahren Neigungen der Bahnen der Himmelskörper nicht richtig wiedergegeben. Diese Vereinachungen sollten aber nicht zu verwirrenden Fehlern führen. Unser Video zeigt, wie eine solche verfälschende Übersimplifizierung aussehen kann.



Das Tellurium confundens, das verwirrende Tellurium, lässt den Mond in derselben Ebene um die Erde laufen, in der auch die Erde um die Sonne wandert. In Verbindung mit der nicht maßstäblichen Wiedergabe der wahren Größen im Sonnensystem führt das zu den falschen Schlüssen, dass es a) keinen Vollmond eigentlich gar nicht geben dürfte und b) jeder Neumond irgendwo auf der Erde auch eine totale Sonnenfinsternis erzeugt. Beides trifft in der Wirklichkeit nicht zu.

Die Lösung liegt in einer Kombination aus den richtigen Größenverhältnissen und der um etwa 5° gekippten Bahn des Mondes, gemessen zur Bahnebene der Erde. Siehe dazu auch 👉 Übersimplifizierung

Fußnoten


  • [1] "Tellurisch, Tellurium, latein. irdisch, deßhalb was auf die Erde Bezug hat. Tellurium, ein bleigraues Metall, das 1798 in Siebenbürgen entdeckt wurde; ferner ein astronomisches Instrument, mittelst dessen die Bewegung der Erde um die Sonne veranschaulicht wird." In: Damen Conversations Lexikon, Band 10. [o.O.] 1838, S. 61. Online: http://www.zeno.org/nid/20001770853
  • [2] "Tellurium nennt man in der Astronomie auch eine Maschine, welche dazu dient, die Bewegung der Erde um die Sonne und die aus derselben folgenden Erscheinungen zu erläutern." In: Brockhaus Bilder-Conversations-Lexikon, Band 4. Leipzig 1841., S. 383. Online: http://www.zeno.org/nid/20000868922
  • [3] "Tellurium, neulat., mechanische Vorrichtung, um die Bewegung der Erde um die Sonne u. die damit zusammenhängenden Erscheinungen zu erklären." In: Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1857, Band 5, S. 428. Online: http://www.zeno.org/nid/20003538656
  • [4] "Tellurĭum, ein Apparat, durch welchen der Lauf der Erde um die Sonne, u. die Richtung der Erdachse während dieses Laufes, wovon die Jahreszeiten abhängen, so wie der Lauf des Mondes um die Erde dargestellt wird. Zugleich können durch den Apparat das Zu- u. Abnehmen des Mondes, sowie die Sonnen- u. Mondfinsternisse anschaulich dargestellt werden. Soll durch den Apparat zugleich der Stand der Sonne u. des Mondes im Thierkreise dargestellt werden, so muß er mit einer verhältnißmäßig großen Hohlkugel umgeben sein, deren innere Fläche die Himmelskugel mit allen Sternenbildern od. wenigstens denen des Thierkreises darstellt." Pierer's Universal-Lexikon, Band 17. Altenburg 1863, S. 350. Online: http://www.zeno.org/nid/20011079630
  • [5] "Tellurĭum (lat.), Maschine zur Versinnlichung der bei der täglichen Rotation und dem jährlichen Umlauf der Erde um die Sonne eintretenden Erscheinungen, besonders des durch den Parallelismus der Erdachse bedingten Wechsels der Jahreszeiten. Ein sehr vollständiges Instrument dieser Art ist das Mangsche Riesentellurium. Vgl. Wittsack, Das T. (2. Aufl., Berl. 1875); Mang, Zerlegbare methodische Lehrmittel der astronomischen Geographie (Heidelberg 1896); Göttsch, Anleitung zum Gebrauch des Telluriums (Kiel 1905, mit Tellurium)." In: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 19. Leipzig 1909, S. 399. Online: http://www.zeno.org/nid/20007570872
  • [6] "Tellurĭum (lat.), mechan. Lehrmittel zur Veranschaulichung der Bewegung der Erde um die Sonne." In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 817. Online: http://www.zeno.org/nid/20001611690
  • [7] "Planetarĭum, eine mechanische Vorkehrung (Räderwerk), durch welche die Planeten nach ihrer verhältnißmäßigen Entfernung von der Sonne u. ihren Bewegungen dargestellt werden. Das erste P. verfertigte Lord Orrery, daher auch ein solcher Apparat ein Orrerium heißt. In Deutschland kennt man Planetarien von Seyffert, Schulze, Schwerin, Schlimbach u. And. Vgl. Planetenuhren." In: Pierer's Universal-Lexikon, Band 13. Altenburg 1861, S. 178. Online: http://www.zeno.org/nid/20010648305

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