Schauer
Regen | Psychologie
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Basiswissen
Ein kurzer starker Regen heißt Schauer. Oft finden Schauer bei gleichzeitigem Sonnenschein statt. In der Psychologie ist ein Schauer ein plötzlich hereinbrechendes, oft starkes Gefühl. [1] [2] [3] Aber auch die Bedeutung als eine schauende Person ist belegt. [4]
Meteorologie
- Niederschlag kann sein: Regen, Hagel, Graupel, Schnee etc.
- Maximale Dauer: 45 Minuten (eher sehr viel kürzer).
- Maximale Fläche: 10 Quadratkilometer
- Siehe etwa 👉 Hagel
Psychologie
Hier meint Schauer ein kurzes starkes Empfinden. Ein Schauer beinhaltet oft etwas Unbekanntes, Ahnungsvolles, auch eine Ehrfurcht. [1] Ein beispielhafter Begriff ist der 👉 Geheimnisschauer
Als Person
Ein Schauer kann auch eine Person sein, die etwas anschaut, also mit den Sinnen erfasst. In diesem Sinn etwa hat sich das Wort vom Gottesschauer fest etabliert. Siehe dazu den Artikel 👉 Gottesschauer
Fußnoten
- [1] Schauer als Gefühl: "Eine schnell vorüber gehende Erschütterung der Haut, dergleichen man bey einem plötzlichen Anfalle der Kälte, bey einem hohen Grade des Schreckens, des Abscheues, der Angst u.s.f. empfindet. Es läuft mir ein Schauer über die Haut. Der Schauer kommt mich an. Überläuft sie nicht ein Schauer bey diesen Frechheiten? Der Schauer, welcher mich mit kalter Angst durchläuft (Weiße). Schon bey dem Stryker ist Schawr Schrecken, Horror, welches letztere selbst hierher gehöret, indem ihm nur der Zischlaut mangelt. Ein höherer Grad des Schauers heißt Schauder, vermittelst des intensiven d, und in Franken hat man das noch mehr verstärkte Schütter für Schauder und Schauer. Oft ist der Schauer eine Wirkung des höchsten Grades der Ehrfurcht, der mit einer Art von Furcht und Schrecken verknüpften Empfindung der Größe, der Majestät, daher es bey den Dichtern häufig für diese Empfindungen gebraucht wird. Ein mächtiger Schauer rauscht Durch das erschrockne Thal in dem kein Waldgott lauscht, (Cron.) O, senkt euch herab von rauschenden Wipfeln, Heilige Schauer, die ganz die Seele des Dichters empfindet! (Zachar) Wo sich aber auch der Begriff der feyerlichen Stille mit einschleicht, welche eine Figur der vorigen Bedeutung der Bedeckung seyn kann." In: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Band 3. Leipzig 1798, S. 1382-1383. Online: http://www.zeno.org/nid/20000401749
- [2] Schauer als Gefühl: "Ernst ist der Anblick der Notwendigkeit. Nicht ohne Schauder greift des Menschen Hand in des Geschicks geheimnisvolle Urne." In: Schiller, Friedrich. Wallensteins Tod, 1. Aufzug, 4. Auftritt. Online: https://www.friedrich-schiller-archiv.de/wallenstein-text/1-aufzug-4-auftritt-4
- [3] Schauer als Gefühl: "Schweigt der Menschen laute Lust: Rauscht die Erde wie in Träumen wunderbar mit allen Bäumen, was dem Herzen kaum bewußt, alte Zeiten, linde Trauer, und es schweifen leise Schauer wetterleuchtend durch die Brust." In: Joseph von Eichendorff: Der Abend. Gedicht, 1817.
- [4] Schauer als Person: "Was tun die Schauer Gotts? sie tun das in der Zeit, Was andre werden tun dort in der Ewigkeit." In: Angelus Silesius: Sämtliche poetische Werke in drei Bänden. Band 3, München 1952, S. 112. Das hier zitierte Werk heißt "Cherubinischer Wandersmann" welches in sechs Bücher aufgeteilt ist. Das Zitat stammt aus dem vierten Buch. Die ersten fünf Bücher entstanden vermutlich zwischen 1653 und 1657 und erschienen zuerst: Wien (Johann Jacob Kürner) 1657, das sechste Buch wurde zuerst in der 2. Auflage des Werks, Glatz (Ignatz Schubarth) [1675], gedruckt. Online: http://www.zeno.org/nid/20004423488