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Neuron

Nervenzelle

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Basiswissen


Als Neuron bezeichnet man heute eine Nervenzelle sowie jedes Gebilde, das die Funktion einer solchen Nervenzelle nachbildet, also etwa auch künstliche Neuronen in künstlichen neuronalen Netzwerken. [1]



Bildbeschreibung und Urheberrecht
Ein Neuron: von oben kommend verschiedene Dendriten - darüber laufen Signale ein - in der Mitte der Hauptkörper (Soma), nach unten das Axon, das sich dann weiter verzweigt und Signale an andere Neuronen übermittelt. © http://www.scientificanimations.com [linked from Wikimedia Commons] ☛


Begriffsgeschichte


Als Neuron bezeichnete man im Altgriechischen (νεῦρον) zunächst jede Sehne, dann seit Aristoteles [2] die Nervenzellen, speziell wie sie vom Gehirn ausgehen. Doch noch um 1860 [2] war das Wort im deutschen Sprachraum noch nicht in diesem Sinne geläufig. Erst 1891 schlug Wilhelm von Waldeyer-Hartz die heutige Bedeutung als Nervenzelle vor. Der Vorschlag wurde schnell aufgegriffen [5] und hatte sich noch vor dem Ersten Weltkrieg auch in deutschsprachigen Lexika etabliert. [6] [7]

Fußnoten


  • [1] "Neurons [griech., = Nerv], 1) i.e.S. eine 1891 von W. von Waldeyer-Hartz erstmals vorgeschlagene Bezeichnung für die Nervenzelle ( vgl. Infobox ); 2) i.w.S. jede funktionelle Einheit mit den Eigenschaften bzw. der Funktion einer Nervenzelle." Ausdrücklich werden anschließend auch noch künstliche Neuronen als dazehörig bezeichnet. In: der Artikel "Neuron". Spektrum Lexikon der Biologie. Abgerufen am 20. Februar 2026. Online: https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/neuron/46210
  • [2] Im Altgriechischen zunächst ganz allgemein Sehne, dann seit Aristoteles auch Nerv im heutigen Sinne: "νεῦρον, τό, Sehne, Flechse; – 1) am menschlichen u. thierischen Leibe, Muskel- u. Knochenbänder, von denen die Spannkraft u. Stärke des Leibes abhängt, bei sp. Medic. νεῦρον συνδετικόν; Hom. nur einmal in dieser Bdtg, ἔγχεος αἰχμῇ νεῦρα διεσχίσϑη, Il. 16, 316, von den Sehnen unten am Fuß [...] erst nach Arist. entspricht es dem jetzigen Gebrauche des Wortes Nerven u. bezeichnet die vom Gehirn auslaufenden Empfindungswerkzeuge." In: Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache. Braunschweig 31914, Band 2, S. 247. In: http://www.zeno.org/nid/20008628513
  • [3] 1860 noch keine Bedeutung als Nervenzelle: "Neuron (v. gr.), Nerv. Neuronŏsos, Nervenkrankheit. Neuropăthie, Nervenleiden." In: Pierer's Universal-Lexikon, Band 11. Altenburg 1860, S. 834. Online: http://www.zeno.org/nid/20010512128
  • [4] Wilhelm von Waldeyer-Hartz: Ueber einige neuere Forschungen im Gebiete der Anatomie des Centralnervensystems. Veröffentlicht in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift, Band 17. 1891. Dort die Seiten 1352 bis 1356.
  • [5] Max Breitung: Über Besserhören im Lärm und die Bedeutung dieses Phänomens für die Pathologie und Therapie der Schwerhörigkeit im Lichte der Neuron-Lehre.« (Vortrag, gehalten bei der 70. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte in Düsseldorf 1898. Erwähnt in: Pagel: Biographisches Lexikon hervorragender Ärzte des neunzehnten Jahrhunderts. Berlin, Wien 1901, Sp. 236-237. Online: http://www.zeno.org/nid/20008012407
  • [6] "Neurōn (griech), nach Waldeyer Bezeichnung der unser Nervensystem bildenden Einheiten. Der N. besteht aus der Ganglienzelle, ihren Cytoplasmafortsätzen (Dendriten) und dem Achsenzylinderfortsatz (Neuriten). Jeder Achsenzylinder gehört einem N. zu. Die Neurone nähern sich einander bis zur innigen Berührung, stehen aber nicht untereinander in kontinuierlicher Verbindung; in ihrer Gesamtheit bilden sie das Nervensystem (s. d. und Nerven)." In: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 14. Leipzig 1908, S. 572-573. Online: http://www.zeno.org/nid/20007149255
  • [7] Neurōn (grch.), Nerv; nach Waldeyer die zuerst von Forel aufgestellte anatom. und physiol. Einheit des Nervensystems, bestehend aus Nervenzelle, zugehöriger Nervenfaser und deren Endverästelungen. Die einzelnen N. stehen nicht in direktem anatom. Zusammenhange, wohl aber in funktioneller Verbindung und vermitteln, indem sie ihre Erregungen aufeinander übertragen, die Fortpflanzung der Nervenreize (Neuronenlehre, Neurontheorie)." In: Brockhaus' Kleines Konversations-Lexikon, fünfte Auflage, Band 2. Leipzig 1911., S. 262. Online: http://www.zeno.org/nid/20001389084
  • [8] Gupta, Pallavi et al. “A Single-Neuron: Current Trends and Future Prospects.” Cells vol. 9,6 1528. 23 Jun. 2020, doi:10.3390/cells9061528

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