Mikroskop
Optik
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- 2026
Basiswissen
Ein Mikroskop ist ein Gerät, mit dem man Objekte sichtbar machen kann, die man mit bloßem Auge nicht oder nur als sehr klein erkennen kann. Typische solche Objekte sind Zellen oder Bakterien. Die kleinsten Strukturen, die man mit optischen Mikroskopen noch erkennen kann, liegen bei etwa einem Fünftel oder 0,2 Mikrometer. Von der Anzahl der Linsen her unterscheidet man Mikroskope mit nur einer Linse sowie zuammengesetze Mikroskope mit mehreren Linsen. [3]
Das Megaskop
Schon im 17. Jahrhundert kannte man kleine Mikroskope aus einer oder mehreren Linsen gebaut. Mit ihnen entdecke der Niederländer van Leeuwenhoek zum Beispiel die roten Blutkörperchen. Ein Nachteil dieser Mikroskope war es jedoch, dass immer nur eine Person gleichzeitig das Bild betrachten konnte.
Im 18. Jahrhundert erlangte dann ein Mikroskop große Popularität, bei dem ein stark vergrößertes Bild einer kleinen Sache, etwa eines Insekt, an die helle Wand in einem dunklen Zimmer projiziert wurde.
Mit einer billigen Lupe aus einem Euro-Shop und einer hellen LED-Lampe kann man ein historisches Megaskop leicht selbst nachbauen. Siehe dazu auch den Artikel zum 👉 Megaskop-Kristall-Versuch
In ersten Versuchen in einer Lernwerkstatt erreichten wir Vergrößerungsfaktoren von deutlich über 35. Das liegt im Bereich der historischen Mehr-Linsen-Mikroskope des 17. Jahrhunderts. Ein Nachteil dieser Bauart ist, dass man stets eine helle Wand in einem dunklen Raum benötigt.
Ein-Linsen-Mikroskop
Man kann ein sehr einfaches Mikroskop mit überraschend starker Vergrößerung bereits mit einer billigen Lupe aus einem Euro-Shop bauen. Man braucht dazu noch ein langes Rohr, etwa ein Abwasserrohr aus Kunststoff vom Baumarkt. Man befestigt die Lupe an der Öffnung an einer Seite des Rohres. Haben Lupe und Rohr fast gleich Durchmesser geht das oft schon gut mit einfachem Klebeband. Das ist alles. Fertig ist das Ein-Linsen-Mikroskop.
Ein extrem billiges und einfach gebautes Ein-Linsen-Mikroskop. Man kann damit gut studieren, wie sich die Vergrößerung bei Veränderung der Gegenstandsweite verändert.
Hält man die Lupe nahe (wenige Zentimeter) an ein hell leuchtendes Objekt (durchsichtiger Lampenschirm mit Mustern, Leuchtglobus) so erscheint der betrachtet Bereich sehr stark vergrößert. Der Niederländer Antonie van Leeuwenhoek erreichte mit solchen vergleichsweise simpel gebauten Mikroskopen Vergrößerungsfaktoren von bis zu 275. [1] Siehe auch 👉 Ein-Linsen-Mikroskop
Fußnoten
- [1] "The Leeuwenhoek microscope was a simple single lens device but it had greater clarity and magnification than compound microscopes of its time. Designed around 1668 by a Dutchman, Antony van Leeuwenhoek, the microscope was completely handmade […] The Ultrecht Museum in the Netherlands has a van Leeuwenhoek microscope in its collection with a magnification of 275X." In: Hayley Anderson: Antique Leeuwenhoek Microscope. The Lens - Observation of Specimens. Abgerufen am 2. Juni 2026. Siehe auch 👉 Ein-Linsen-Mikroskop
- [2] Eine Linse kann als Mikroskop betrachtet werden: "If you look through a magnifying glass at an object located within the focal length of the lens, you see a magnified upright virtual image of the object. Conceptually, this is a simple microscope." In: Mualla F, Aubreville M, Maier A. Microscopy. 2018 Aug 3. In: Maier A, Steidl S, Christlein V, et al., editors. Medical Imaging Systems: An Introductory Guide [Internet]. Cham (CH): Springer; 2018. Chapter 5. Mehr unter 👉 Ein-Linsen-Mikroskop
- [3] "Ein zusammengesetztes Mikroskop besteht aus mindestens zwei konvexen Linsen, einem kurzbrennweitigen Objektiv und einem Okular mit längerer Brennweite. Neben dem zusammengesetzten Mikroskop gibt es noch das einfache Mikroskop, das nur eine stark vergrößernde Linse besitzt." In: Zusammengesetztes Mikroskop von G. F. Brander. Ausstellungsstück im Deutschen Museum München. Inventarnummer 2753. Abgerufen am 4. Juni 2026. Online: https://digital.deutsches-museum.de/de/digital-catalogue/collection-object/2753/