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Das Banner der Rhetos-Website: zwei griechische Denker betrachten ein physikalisches Universum um sie herum.

Kupfer-Brenn-Versuch

Chemie

© 2026




Grundidee


Man hält reines Kupfer für längere Zeit in die Flamme eines Camping- oder Labor-Gasbrenners. Die Temperatur der blauen Flamme soll bei rund 1500 °C liegen, die Schmelztemperatur von Kupfer bei 1084 °C. Tatsächlich schmilzt das Kupfer jedoch so gut wie nicht, es wandelt sich aber in einen neuen, dunkelgrauen Stoff um. Aus dieser Verfärbung zusammen mit der Änderung des Gewichts lassen sich einige Schlüsse ziehen.

Beschreibung


Material


  • 👉 Tiegelzange

    Kurzbeschreibung


    Dünnes Kupfer wird in einer Gasflamme von 1000 °C bis 1500 °C erhitzt. Man erreicht helle Rotglut. Das Kupfer wandelt sich weitgehend in schwarzes Kupferoxid um. Auch mit einer Lupe sind an dem gebrannten Kupfer keine Schmelzspuren zu erkennen.

    Ausführliche Beschreibung


    Arbeitsplatz


    Finde oder baue eine hitzebeständige Arbeitsfläche. Ideal wäre ein Steintisch im Freien. Alternativ kann man auch eine Metall- oder Steinplatte auf einen Tisch legen. Halte in Griffentfernung einen Feuerlösche und/oder eine Löschdecke bereit. Halte eine Schutzbrille griffbereit. Habe ein Telefon griffbereit. Die Notrufnummer ist 112:

    • Feuerfeste Unterlage
    • Löschmittel
    • Schutzbrille
    • Notruf

    Kupferknäuel


    Nimm ein kleines Stück Kuperfolie, z. B. 4 cm². Für eine 0,1 mm dicke Kupferfolie aus dem Bastelladen [1] und eine Dichte von 9 g/cm³ von Kupfer kommt man damit rechnerisch auf eine Masse von immerhin 1,44 Gramm. [3] Knülle die Folie vielleicht etwas, sodass der Knäuel von der Größe her ganz in die Flamme passt. Achte abe darauf, dass der Knäuel nicht zu eng ist. Es sollte überall Luft an jedes Stück Kupfer kommen. Der Sauerstoff in der Luft ist wichtig für die geplante Oxidation (Verbrennung). Wie den Kupferknäuel in Gramm, mindestens bis auf die erste Nachommalstelle (zehntel Gramm):

    • z. B. 4 mal 4 cm großes Quadrat aus Kupferfolie
    • Zu einem lockeren Knäuel zerknüllt
    • Vorher gewogen, Masse in g notiert

    Brennstätte


    Nimm einen Labor-Gasbrenner mit Butan, Propan oder eine Mischung als Wärmequelle. Geeignet sind auch manche Campingkocher. Mit Gaskartuschen ist man unabhängig von einem Gasanschluss. Stelle den Brenner auf die feuerfeste Unterlage (z. B. Schieferplatte). Zünde ein Feuerzeug oder Streichholz an. Öffen dann leicht den Gashahn und entzünde die Flamme. Stelle die Flamme so ein, dass der blaue Bereich mit seinen 1500 °C einige Zentimeter hoch ist. Wir machten den Versuch mit einer Flammenhöhe des blauen Bereches von etwa 4 cm.

    • Feuerfeste Unterlage
    • Löschmittel griffbereit
    • Gasflamme gezündet

    Brennversuch


    Nimm nun die Tiegelzange und packe damit den Kupferknäuel an einer Ecke. Tiegelzangen sind feuerfest und sollten die Temperaturen in der Gasflamme schadlos überstehen. Halte das Kupfer so in die Flamme, dass es möglichst hell glüht. Spiele mit unterschiedlichen Höhen innerhalb der Flamme sowie mit Lagen mehr innen oder außen. Wir konnten große Unterschiede in der Glühfärbung dabei erkennen. Zur Orientierung [2]:

    • 525 °C: Beginnende Rotglut
    • 700 °C: Dunkle Rotglut
    • 800 °C: Helle Rotglut
    • 1100 °C: Gelbglut (ca. 1.700 cd/m²)
    • 1300 °C: beginnende Weißglut

    Ab 1084 °C schmilzt Kupfer. Wir konnten das in eigenen Versuchen bestenfalls ansatzweise erreichen. Ein Eisendraht mit Kupferbeschichtung zeigte nach gut 10 Minuten in der Flamme einen kleinen Schmelztropfen. Eine helle Rotglut war das Maximum an Erhitzung, die wir erreichten.

    • Kupfer so lange glühen, bis es ganz schwarz ist
    • Färbung immer wieder nach kurzer Abkühlung an der Luft betrachten

    Nach etwa 2 bis 3 Minuten war bei unserem Pilotversuch die zerknüllte Kupferfolie überall an der Oberfläche schwarz. Die schwarze Farbe zeigt Kupfermonoxid als neue Verbindung an. Am Ende den Knäuel an der Luft abkühlen lassen.

    Wägung


    Die abgekühlte Kupferfolie kann man dann wieder mit einer Waage wiegen. Ideal wäre eine Grammangabe bis auf die zweite Nachkomastelle. Notiere das Ergebnis.

    Theorie


    Produkte


    Bei einer Temperatur oberhalb von 800 °C verbindet sich das vorher elementare, das heißt reine Kupfer mit dem Sauerstoff aus der Luft zu Kupferoxid. Das Kupfer und der Sauerstoff sind also die Ausgangsstoffe. Man bezeichnet sie allgemein als Edukte. Der Endstoff, das Ergebnis, bezeichnet man in der Chemie als Produkt. Hier ist das Produkt als Kupferoxid.

    Oxide sind Verbindungen von Stoffen mit Sauerstoff (Oxygen). Man unterscheidet dabei zwei Arten von Kupferoxiden: das gelbliche bis rötliche Kupfer(I)-oxid und das schwarze Kupfer(II)-oxid.


    In unserem Pilotversuch konnten wir mit dem Auge nur schwarzes Kupferoxid CuO, also Kupfer(II)-Oxid erkennen. Bei Temperaturen über 800 °C soll adas zunächst entstandene Kupfer(II)-oxid aber weiter oxidiert werden zu dem gelbichen bis rötlichen Kupfer(I)-oxid:

    • 4CuO -> 2Cu₂O + 0₂

    Aber wenn man reines Kupfer in Sauerstoff erhitzt, entsteht über die Zwischenstufe des Kupfer(II)-oxids immer ein Anteil Kupfer(I)-oxid:

    • CuO + Cu -> Cu₂O

    Gewichtszunahme


    Reine Kupfer hat eine Dichte von 8,96 Gramm pro Kubikzentimeter. Das Atomgewicht von Kupfer ist 63,55 atomare Masseneinheiten, abgekürzt als u. Es ist hier nicht weiter wichtig, was genau eine atomare Masseneinheit meint. Für den Versuch hier sind nur relative Gewichtsänderungen interessant. Sauerstoff hat ein Atomgewicht von 16,00 u. Wenn sich ein Atom Cu mit einem Atom Sauerstoff zu CuO verbindet, dann haben diese zwei Atome in der Verbindung zusammen ein Molekülgewicht von 79,55 u. Rechnet man die Masse der Verbindung durch die Masse des Kupferatoms erhält man das Gewichtsverhältnis vom Produkt zum Edukt: 79,55 geteilt durch 63,55 gibt etwa 1,25. Würde das ganze Kupfer aus der Folie zu Kupfermonoxid oxidieren, wäre das schwarze Endprodukt am Ende also rund 1,25 mal so schwer wie die reine Kupferfolie am Anfang.


    Wenn die Kupferfolie am Anfang also 1,44 Gramm gewogen hat, dann wäre sie nach einer vollständigen Verbrennung zu Kupfermonoxid am Ende 1,25 mal so schwer wie am Anfang, also 1,80 Gramm. Tatsächlich aber wird nicht das ganze Kupfer oxidieren. Es wird im Inneren der Folie wahrscheinlich Atome geben, an die der Sauerstoff aus der Luft nicht heran kam. Und neben den Kupfermonoxid CuO kann auch Cu₂O mit einer etwas anderen Molekülmasse entstehen. Aber die 1,80 Gramm gegeben eine Obergrenze als Masse des Produkts an. Interessant ist, ob wie nahe man an diese maximale Gewichtszunahme herankommen könnte.

    Gewichtsabnahme


    Ist jede Folie, die im Handel als Kupferfolie verkauft wird wirklich zu 100 % aus Kupfer? Dünne Folien aus Kupfer werden unter anderem für Basteleien und Glasarbeiten angeboten. Dabei gibt es Folien bei denen auf ein Trägermaterial nur eine dünne Kupferschicht aufgetragen ist [4], aber auch Folien, die ganz aus Kupfer bestehen [5]. Um zwischen beiden Folien unterscheiden zu können, kann man sie längere Zeit bei höherer Temperatur in der blauen Gasflamme bis auf Rotglut erhitzen. Reines Kupfer würde entweder sein Gewicht erhalten oder durch Oxidation zu CuO oder Cu₂O deutlich (bis zu 25 %) an Gewicht zunehmen. Wäre der Kupferanteil auf eine dünne Schicht beschränkt und wäre das Trägermaterial organisch (Pappe, Kunststoff), würde das Trägermateriel zu vielen flüchtigen Bestandteilen verbrennen und stark an Gewicht verlieren. Das würde man an einer Gewichtsabnahme der gesamten Folie gut erkennen.

    Brennversuch


    Amin Bouddounti, Kamal Eminli, Leo Riihijärvi
    30. Januar 2026 haben wir eine Kupferfolie von etwa 70 mm Länge, 20 mm Breite und rund 0,1 mm Dicke gewogen: 0,14 Gramm. Die Folie war von einer Seite her elektrisch leitend, von der andere her nicht. Hätte die ganze Folie aus reinem Kupfer bestanden, hätte sie 1,26 Gramm wiegen müssen. Nach einem mehrminütigem Brennen in der Flamme des Labor-Gasbrenners hatte die Masse um die Hälfte auf dann 0,2 Gramm abgenommen. Die Folie bestand wahrscheinlich zu einem großen Teil ihrer Masse nicht aus Kupfer. Dafür sprach auch, dass ganz am Anfang des Brennens eine starke schwarze Rauchwolke aufgestiegen war.

    Optimierungsideen


    Wie muss man den Versuch gestalten, dass ein Gegenstand aus Kupfer durch die Behandlung mit der offenen Flamme möglichst viel an Masse gewinnt? Sind dünne oder dicke Drähte, Kupferfolien oder Kupferstücke dazu besser? Oder wäre sogar Kupferstaub ideal?


    TO-DO:

    Wie kann man Kupfer in einer offenen Flamme möglichst vollständig in Kupferoxid umwandeln und damit die Gewichtszunahme maximieren?


    Eine großen Einfluss hat sicherlich das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen. Aber auch die Fähigkeit, Hitze zu halten könnte eine Rolle spielen. Gibt es vielleicht auch Stoffe, Katalysatoren, die den Prozess begünstigen?

    Fußnoten


    • [1] Kupferfolie gibt es zum Beispiel im Bastelgeschäft. Sie wird als Prägefolie unter anderem für die Erstellung von schönen Schriftzügen verwendet. 2026 wurde 0,1 mm dicke Folie mit 60 cm Breite mit einem Preis von etwa 30 Euro pro Meter angeboten. Weniger teuer sind einzelne kleinere Prägefolien aus Kupfer.
    • [2] Es gibt feste Zuordnungen der Farbe glühender Materialien zur Temperatur. Tabellen dazu stehen auf der Seite 👉 Glutfarbe
    • [3] Zur Berechnung der Masse eines Folienstücks von a = 0,1 mm Dicke, b = 4 cm Breite und c = 4 cm Länge: erst das Volumen V in cm³ (Kubikzentimeter) über die Formel für das Quadervolumen V = a·b·c. Die 0,1 mm Höhe sind 0,01 cm an Höhe. Das gibt ein Volumen von 0,16 cm³. Jeder Kubkzentimeter Kupfer wiegt etwa 9 Gramm. Man hat also 0,16 mal 9 Gramm, also für das Folienstück 1,44 Gramm. Siehe auch 👉 Kupferdichte
    • [4] Eine Kupferfolie, die beidseitig nur beschichtet ist, wird zum Beispiel für Glasarbeiten angeboten: "Kupferfolie, beidseitig Kupfer beschichtet, Breite 5,7 mm, für Glasarbeiten mit betont breiten Nähten." Artikelnummer 4110500. Januar 2026. Angeboten von der Firma Tiffany Bedarf Itzehoe.
    • [5] Folien der Dicke 0,1 mm die ganz aus Kupfer sind: "0,10 mm dick, aus Massivkupfer, nicht beschichtet. Metallprägefolie aus Kupferfolie 0,10 mm dick: Durch Metallprägen können Sie schöne Designprägungen wie z.B. Bild-, Schrift-, Logo- und Motivprägungen herstellen. Aufgrund der geringen Stärke der Folie (Kupferfolie 0,10 mm) lässt sie sich leicht prägen und mit Schere oder Cutter zuschneiden." Artikelnummer 200548. Firma Aduis. Firmensitz Thiersee bei Innsbruck. Januar 2026.

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