Kreuzmodale Aufmerksamkeit
Psychologie
© 2016
- 2026
Basiswissen|
Der biologische Nutzen kreuzmodaler Aufmerksamkeit|
Schon Säuglinge verbinden Sinneskanäle|
Sprachliche Verbindungen von Sinnenmodalitäten|
Quaestiones|
Fußnoten
Basiswissen
Als kreuzmodale Aufmerksamkeit (englisch crossmodal attention] umfasst diejenigen kognitiven Prozesse, die es ermöglichen, die Aufmerksamkeit über alle sensorischen Modalitäten hinweg zu koordinieren [1]" title="Zur Fußnote (Quellen und Hintergründe) "style="color: black;"> [1].
Der biologische Nutzen kreuzmodaler Aufmerksamkeit
Schon Säuglinge verbinden Sinneskanäle
Zeigt man vier Monate alten Säuglingen gleichzeitig zwei unterschiedliche Filme aber nur die Tonspur zu einem der zwei Filme, dann schauen sie länger auf den passenden Film: die Kinder müssen hier eine Verbindung zwischen dem optischen Eindruck und dem akustischen Eindruck hergestellt haben. Eine solche Verbindung der Eindrücke verschiedener Sinneskanäle nennt man in der Entwicklungspsychologie eine kreuzmodale Wahrnehmung [3]" title="Zur Fußnote (Quellen und Hintergründe) "style="color: black;"> [3].
Sprachliche Verbindungen von Sinnenmodalitäten
Fiepsig quietschende Töne bezeichnet man eher als hoch, sonor brummende Töne hingegen als tief: hier wird ein akustisches Empfinden mit der Lage im Raum gedanklich verbunden. Eine solche Verbindung nennt man eine cross-modale Korrespondenz oder auf Deutsch eine kreuzmodale Korrespondenz.
Quaestiones
- 1) Kann es sein, dass Schlaf unter anderem dazu dient, dass Prozesse ablaufen, die gleichzeitig mehrere Denkkanäle beanspruchen, ohne dass störende Einflüsse von außen berücksichtigt werden müssen? Siehe auch 👉 👉 Schlaf
Fußnoten
- [1]">[1] Aufmerksamkeit, crossmodale. In: Dorsch Lexikon der Psychologie. Hogrefe Verlag. 20., überarb. Aufl. 2021, 2,096 Seiten. ISBN: 9783456861753.
- [2]">[2] Daniel Stern: Die Lebenserfahrung des Säuglings. Klett-Cotta, Stuttgart 1992, S. 152ff.
- [3]">[3] Martin Dornes: Der kompetente Säugling. Die präverbale Entwicklung des Menschen. 11. Auflage. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-11263-X, S. 152ff.
- [4]">[4] Sarstedt, M., Imschloss, M., Adler, S. (2022). Über das Zusammenspiel verschiedener Sinneseindrücke. In: Multisensorisches Design von Verkaufsumgebungen. Science meets Practice. Springer Gabler, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-38245-2_5
- [5] C. Spence, O. Deroy: How automatic are crossmodal correspondences?. In: Consciousness and cognition. 22, Nr. 1, 2013, S. 245–260. doi:10.1016/j.concog.2012.12.006.
- [6] Charles Spence, Jon Driver (Herausgeber): Crossmodal Space and Crossmodal Attention. Oxford University Press. 2004. ISBN: 9780198524861.