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Biogenetische Grundregel

Evolution

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Basiswissen


Ein menschlicher Embryo zeichnet in seinen Grundzügen die erdgeschichtliche Entwicklung des Menschen vom Wurm über einen Fisch [6] bis hin zu einem höheren Tier nach. Diese Beobachtung verallgemeinerte der Biologe Ernst Haeckel (1834 bis 1919) [1] zu der Regel, „dass die Entwicklung des Einzelwesens (Ontogenese) die kurze Wiederholung seiner Stammesgeschichte (Phylogenese) ist [2]“. Das Konzept wurde schnell auch in der Soziologie [3] oder Pädagogik [4] benutzt. Aber schon früh wurden auch schon Gegenbeispiele angeführt. [5] Siehe auch 👉 Phylogenese

Fußnoten


  • [1] Ernst Haeckel, im Jahr 1878: "Die Gewebebildung, die wir so unter dem Mikroskope erstaunlich rasch sich entwickeln sehen, ist nur eine kurze, durch Vererbugn bedingt Wiederholung eines langen und langsamen historischen Prozesses, eines geschichtlichen Vorganges, der viele Jahrmillionen in Anspruch nahm, und bei welchem die Arbeitsteilung dre Zellen im eigentlichsten Sinne des Wortes, durch Anpassung an die verschiedenen Lebenstätigkeigkeiten der Zellen, im Kampfe ums Dasein allmählich entstand." In: Ernst Haeckel: Zellseelen und Seelenzellen (1878). Herausgegeben vom Verlag, im Jahr 1909.
  • [3] Die biogenetische Grundregel wurde auch von dem Franzosen Rene Worms beschrieben: "Dans l'évolution individuelle des organismes supérieurs, on trouve un stade qui rappelle cette phase du l'évolution collective de l'animalité." In: Organisme et societe. Paris. 1896. 419 Seiten. Online (Französisch): https://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k5726769h.image.f2.langFR.pagination
  • [4] 1904 schrieb ein US-amerikanischer Pädagoge: Kinder "in their incomplete stage of development are nearer the animals in some respect than they are to adults" In: G. Stanley Hall: Adolescence and its Relation to Physiology, Anthropology, Sociology, Sex, Crime, Religion and Education. New York. 1904. Dort im Band II (Volume II) auf Seite 221.
  • [5] Gegenbeispiele: "It is well to remember that from a larger biological view, every higher animal is not only composed of
organs phyletically old and new, but that the order of their development may even be changed. Basal and lapidary as
is the great biogenic law that the individual recapitulates the growth stages of his race, the work of Appel, Keibel, Mehnert, and many others has demonstrated abundant inversions of it. The heart, e. g., in the individual develops before the blood-vessels, but this reverses the phylogenetic order. The walls of the large vessels develop before the bloodcorpuscles, while the converse was true in the development of the species." In: G. Stanley Hall: Adolescence and its Relation to Physiology, Anthropology, Sociology, Sex, Crime, Religion and Education. New York. 1904. Dort im Band I (Volume I) auf Seite 55. Online: https://ia801309.us.archive.org/13/items/adolescenceitsps001hall/adolescenceitsps001hall.pdf
  • [6] "Das bekannteste Beispiel für die Rekapitulation ist die Entdeckung der Kiemenspalten und der dazu passenden Arterienbögen, die an jeder Halsseite des Embryos zwischen der vierten und sechsten Keimlingswoche ausgebildet werden – und dann wieder verschwinden." In: der Artikel "Ontogenese". Spektrum Lexikon der Psychologie. Abgerufen am 5. Januar 2026. Online: https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/ontogenese/10882

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