Bernstein
Schmuckstein
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- 2026
Basiswissen|
Eigenschaften|
Bernstein in Zahlen|
Schwere, Dichte|
Härte|
Chemische Reaktionen|
Vorkommen und Sonstiges|
Wo findet man Bernstein?|
Wie alt sind die Steine?|
Wie ist der Bernstein entstanden?|
Was meint der Name?|
Fußnoten
Basiswissen
Als Bernstein bezeichnet man fossilierten Harz urzeitlicher Bäume. Harz ist das klebrige „Blut“ von Bäumen. Bernstein ist verfestigter Harz aus einer oder mehrer ausgestorbener Baumarten. Aus schönen Bernsteinen werden Ketten und andere Schmuckgegenstände gemacht. Der geologische Name für Bernstein ist Succinit. Hier steht mehr zur Entstehung von Bernstein.
Eigenschaften
Bernstein in Zahlen
- Spezifischer elektrischer Widerstand: 10¹⁸ Ωmm²/m oder mehr
- Angenäherte Summenformel: C₁₀H₁₆O+(H₂S)
- Mohs-Härte: 2 bis 2,5
- Brechungszahl: 1,540
Schwere, Dichte
Bernstein hat eine Dichte von 1,05 bis 1,1. Für Steine ist das sehr wenig. Da die Dichte sehr nah bei der Dichte von Wasser (genau Eins) liegt, können manchen Bernsteinstückchen (etwa mit kleinen Lufteinschlüssen) schwimmen. Tatsächlich kann man in der Brandung an der Ostsee schwimmende Bernsteinstückchen herausfischen. Siehe auch 👉 Dichten
Härte
Bernstein ist ziemlich weich. Er hat eine Mohs-Härte von 2,0 bis 2,5. Man kann ihn mit dem Fingernagel ritzen. Deshalb zerkratzen Schmuck und Ziergegenstände aus Bernstein auch leicht, wenn sie mit spitzen, scharfen, rauhen oder sonstwie festen Körpern zusammen kommen. Siehe auch 👉 Mohs-Härte
Chemische Reaktionen
- Bernstein reagiert schwach mit Sauerstoff (verwittert), mit Ölen und schwachen Säuren sowie Laugen.
- Mit einer Flamme entzündet oxidiert es jedoch schnell, daher der Name 👉 Börnstein
- Er reagiert nicht mit Aceton, Schwefelsäure und Ether.

Man kann Bernstein leicht mit einem Streichholz oder einem Feuerzeug anzünden. Es "börnt" oder brennt dann mit rußiger Flamme. Beim Brennen von Bernstein entsteht ein oft angenehmer würziger Geruch, ähnlich dem Weihrauch aus Kirchen.
Vorkommen und Sonstiges
Wo findet man Bernstein?
Wenn man am Strand in Polen, Rußland (um Kaliningrad) oder Litauen entlanggeht, dann kann man im Sand oder auf den Wellen tanzend kleine Bernsteine finden. Industriell gewonnen wird der Bernstein mit Hilfe von Baggern. Bernstein von der Ostseeküste wurde schon in der Antike bis nach Ägypten gehandelt.
Wie alt sind die Steine?
Die Bäume, aus denen der Harz einst tropfte, wuchsen vor etwa 35 bis 50 Millionen Jahren. Diese geologische Zeit nennt man das Paläogen. Die Dinosaurier waren zu dieser Zeit schon lange ausgestorben. Die Eiszeit und die die Entstehung der Menschen (vor etwa 2,6 Mio. Jahren) lagen aber noch in ferner Zukunft. Siehe auch 👉 Paläogen
Wie ist der Bernstein entstanden?
Man vermutet, dass er in Wäldern als Harz aus Bäumen tropfte. Die genaue Art ist bisher (2021) noch nicht bekannt. Vermutlich wurden die Harzklumpen durch Flüsse in die Ur-Ostsee gespült. Man vermutet einen nördlichen Herkunftswald in Skandinavien und einen südlichen Entstehungswald in Mitteldeutschland. Die genauen Umstände sind aber noch nicht zufriedenstellend geklärt.
Was meint der Name?
Der Name kommt vom niederdeutschen Wort Börnstein, was Brennstein heißt. Wenn man ein Stück Bernstein in eine kleine Flamme hält, brennt er tatsächlich von alleine weiter. Das englische Verb "to burn" hat die selbe sprachliche Wurzel. Siehe auch 👉 Börnstein
Fußnoten
- [1] Klaus Rudat: Bernstein. Schatz an unseren Küsten. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft. 1985. ISBN: 3-88042-271-0. Sehr gut verständlich und sehr engagiert geschrieben. Ein umfangreicher Teil über die Geschichte und Soziologie der Bernsteinindustrie an der Ostsee.
- [2] Kerstin von Holt: Bernstein an unseren Küsten. Finden - Bestimmen - Bearbeiten. Meyer Verlag. Wiebelsheim. 2020. ISBN: 978-3494018690. Eine Stärke ist des Buches ist die ausführliche Darstellung von Fundorten weltweit.