Tiefgang
Seefahrt
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Basiswissen|
Definition von Tiefgang|
Tiefgang im Salz- und Süßwasser|
Tideunabhängigkeit|
Beispiele|
Klimaanpassung|
Fußnoten
Basiswissen
Wie tief unter Wasser ein Schiff noch weitergeht: große Ozeanschiffe erreichen Tiefgänge bis über 16 m. Kleine Küstenschiffe kommen oft mit weniger als einem Meter aus. Der Tiefgang von Schiffen spielt eine wichtige Rolle bei flachen Küsten und niedrigen Wasserständen in Flüssen.
Definition von Tiefgang
Wenn ein Schiff insgesamt 12 Meter hoch ist und von diesen 12 Metern 10 Meter über Wasser sind, dann sind 2 Meter unter Wasser. Die 2 Meter sind dann der Tiefgang.
Tiefgang im Salz- und Süßwasser
- Wenn ein Schiff im Salzwasser fährt hat es einen bestimmten Tiefgang.
- Wenn es dann in einen Süßwasser Fluss einfährt, hat es mehr Tiefgang.
- Das muss berechnet werden, dass Schiffe nicht auf Grund laufen.
- Wichtig ist das zum Beispiel bei der Einfahrt in den 👉 Amazonas
- Siehe dazu auch 👉 Salzwasserdichte
Tideunabhängigkeit
- Große Schiffe haben sehr viel Tiefgang (16 Meter sind möglich).
- Bei Niedrigwasser haben viele Häfen nicht mehr ausreichend tiefes Wasser dafür.
- Dann müssen die Schiffe bis auf die Flut warten um ein- oder auszulaufen.
- Es gibt aber auch Häfen, deren Wasser immer tief genug ist.
- Ein Beispiel an der Nordsee ist der 👉 JadeWeserPort
Beispiele
- 0,90 Meter 👉 Rheinfähre Oestrich-Winkel
- 1,32 Meter 👉 Seebäderschiff Wangerooge
- 10,5 Meter 👉 Titanic
- 16,0 Meter 👉 Barzan
- Mehr unter 👉 Tiefgänge
Klimaanpassung
Der Rhein kann zu Recht als eine Lebensader für die deutsche Industrie bezeichnet werden. Mehr als die Hälfte der auf Flüssen transportierten Tonnage der Europäischen Union entfallen auf den Rhein. [2] Erze, Kohle, Chemikalien, Schrott und Öl zählen zu den wichtigeren Gütern.
Im Jahr 2018 machten Artikel in Zeitungen Schlagzeilen, dass die Schifffahrt auf dem Rhein nur noch eingeschränkt möglich sei. [3] Der Grund waren niedrige Wasserstände aufgrund fehlender Niederschläge in den Einzugsgebieten. Binnenschiffe drohten bei voller Beladung auf Grund zu laufen. Entsprechend wurde weniger Ladung aufgenommen, was die Frachtpreise erhöhte.
Im Sommer 2026 kam es erneut zu empfindlichen Ausfällen. So stellte im Juli die Rheinfähre bei Dormagen für längere Zeit ihren Betrieb ein. Sie benötigt eine Wassertiefe von mindestens einem Meter, was nicht mehr gegeben war. In Köln war zuvor ein Ausflugsschiff auf Grund gelaufen. Frachtschiffe fahren zum Teil gar nicht mehr oder wie im Jahr 2018 mit nur noch verminderter Fracht. Das wiederum bedroht die Versorgung von großen Industriebetrieben mit Rohstoffen, etwa mit Steinkohle und Eisenerzen für die Eisenverhüttung im Ruhrgebiet. Solche Situationen könnten mit einer weiteren Austrocknung Mitteleuropas und einem Verschwinden der alpinen Gletscher als Wasserspender im Sommer an Häufigkeit zunehmen. Eine Möglichkeit einer intelligenten Anpassung ist der Bau spezieller Frachtschiffe mit niedrigem Tiefgang.
Im Jahr 2023 wurde der in China gebaute Binnentanker Stolt Ludwigshafen getauft. Folgende Maßnahmen erlauben große Nutzlasten bei vergleichsweise niedrigem Tiefgang. Mit 135 Metern Länge und 17,5 Metern Breite ist das Schiff deutlich länger und breiter als andere Tanker auf dem Rhein. Der Rumpf ist in Leichtbauweise gehalten. An der kritischsten Stelle des Rheins, bei den Untiefen bei Kaub, kann das Schiff noch 800 Tonnen Last bei einem minimalen Tiefgang von 1,60 Metern transportieren. Die maximale Traglast des Schiffes liegt bei 5100 Tonnen. Drei Elektromotoren erlauben ein sehr präzises Navigieren. [1]
Fußnoten
- [1] Therese Meitinger: Binnenschifffahrt: BASF bringt Niedrigwasserschiff an den Start. Logistik Heute. 30.05.2023. Online: https://logistik-heute.de/news/binnenschifffahrt-basf-bringt-niedrigwasserschiff-den-start-40178.html
- [2] "Im Jahr 2024 wurden 473,3 Millionen Tonnen Güter auf den Wasserstraßen der EU-27 transportier". Und: "Der Güterverkehr auf dem Rhein (von Basel bis zur Nordsee) erreichte im Jahr 2024 284,5 Millionen Tonnen". In: AHRESBERICHT ÜBER DIE BINNENSCHIFFFAHRT IN EUROPA: AUSGABE 2025. Pressemitteilung der Zentralkommission der Rheinschiffahrt (ZKR), Straßburg, den 7. November 2025. Online: https://www.ccr-zkr.org/files/documents/cpresse/cp20251107de.pdf- [3] Den Klimawandel mit den möglichen Folgen längerer Zeiten von Hoch- oder Niedrigwasser zählt die Zentralkommission der Rheinschiffahrt nicht zu den nennenswerten Herausforderungen für die Zukunft. Als Herausforderungen genannt werden nur "wirtschaftliche Unsicherheiten, die anhaltende Energiewende mit ihren Auswirkungen auf die Rohstoffnachfrage und anhaltende geopolitische Spannungen." In: In: AHRESBERICHT ÜBER DIE BINNENSCHIFFFAHRT IN EUROPA: AUSGABE 2025. Pressemitteilung der Zentralkommission der Rheinschiffahrt (ZKR), Straßburg, den 7. November 2025. Online: https://www.ccr-zkr.org/files/documents/cpresse/cp20251107de.pdf