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Lochkamera

Physikalisch

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Basiswissen


Eine Lochkamera erzeugt innerhalb einer dunklen Kiste ein scharfes Bild der Außenwelt. Der ganze Apparat besteht nur aus einer dunklen Kiste mit einem geeigneten Loch an einer Seite.



Bildbeschreibung und Urheberrecht
Eine Kiste mit einem kleinen Loch auf einer Seite ist eine Lochkamera. © ☛


Video


Ein extrem simpler Versuch zeigt, mit wie wenigen Mitteln man die Grundidee eine Lochkamera praktisch umsetzen kann. Man braucht nur eine Glühbirne, etwas Papier oder Pappe sowie einen spitzen Gegenstand zum Stechen eines kleinen Loches.



Der sehr hell leuchtende und schmale Glühfaden einer alten Glühbirne, hier 40 Watt [1], ist ideal für das simple Experiment. Man benötigt vor allem keinen abgedunkelten Bereich, um das projizierte Bild sichtbar zu bekommen. Die Pappe mit dem Loch ist hier eine sogenannte Lochblende.

Mit diesem einfachen Versuch lassen sich mit einigen kleinen Variationen sehr viele der optischen Eigenschaften einer Lochkamera weiter untersuchen.

  • Das Loch größer oder kleiner machen
  • Mehrere Löcher nebeneinander platzieren
  • Den Abstand zum Schirm verändern
  • Bunte mehrfarbige Objekte andenken
  • Bewegte Bilder andenken

Grundprinzip einer Lochkamera


Klassische Lochkameras waren entweder rundum geschlossene Kisten oder auch von innen begehbare Räume (Kamera = Kammer = Zimmer), die man ebenfalls ganz abdunkeln konnte. Bleiben wir bei der späteren Bedeutung einer Kiste als Kameragehäuse. Auf einer senkrechten Wandseite, am besten in der Mitte, hat die Kiste ein kleines rundes Loch von wenigen Millimetern Durchmesser. Durch diese Loch fällt das Licht der Umgebung. Auf der gegenüberliegenden Innenseite der Kiste entsteht dadurch ein recht scharfes und buntes Bild. Fällt das Bild auf ein Photopapier, kann man damit Photoaufnahmen machen.

Praktischer Nutzen


In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts hat man mit Lochkameras tatsächlich Photographien, also feste Bilder der Außenwelt angefertigt. Ein großer Vorteil einer Lochkamera ist ihre simple Bauweise. Insbesondere benötigte man keine Linsen, die damals nicht ganz billig und von der Qualität nicht immer gut waren. Heute spielen Lochkameras nur noch eine didaktische Rolle als Lehrmittel, in der Kunstphotographie sowie bei besonderen wissenschaftlichen Experimenten.

Ist eine Camera obscura auch eine Lochkamera?


Baut man eine Lochkamera so groß, dass man sie von innen begehen kann, dann nennt man sie auch eine Camera obscura. So etwas gibt es zum Beispiel im Filmmuseum in Frankfurt am Main. Bei einer Camera obscura darf aber statt des kleinen Loches das Licht auch durch eine größere Linse fallen. Dann wäre die Camera obscura aber keine Lochkamera mehr. Siehe auch 👉 Camera obscura

Gibt es Lochkameras in der Natur?


Ja, ein Wassertier namens Perlboot hat ein Auge, das wie eine Lochkamera funktioniert. Mit diesem Auge kann das Tier aber nur dunkel und etwas unscharf sehen. Generell zum Thema Auge, siehe unter 👉 Auge

Fußnoten


  • [1] Für den Film wurde eine Glühbirne der Firma Sigor verwendet. 40 Watt; 230 Volt, Masse 23,6 Gramm, Länge über alles 9,6 cm; maximaler Durchmesser 6,4 cm.



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