Laterna magica
Optik
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Definition
Die Laterna magica, auf Deutsch so viel wie zauberhafte Laterne, war ein Apparat mit dem sich auf Glas gezeichnete Bilder an eine Wand projizieren ließen. Die ersten Modelle kamen Ende des 17. Jahrhunderts auf. Ihre Blütezeit zur Verzauberung von einfachen Leuten aber auch gebildeter Wissenschaftler war das 18. Jahrhundert. Obwohl das optische Prinzip recht einfach zu verstehen ist, war der Betrieb dieser Laternen recht tückisch und aufwändig. Doch der Aufwand lohnte, sich. Die zauberhaften Lichterscheinungen hatten die Kraft, die Menschen im innersten ihres Gefühlslebens zu erregen.
Funktionsweise: eher einfach
Bei einer Laterna magica wurde ein Bild auf einer Glasscheibe von einer möglichst starken Lichtquelle angeleuchtet. Das Glas und die Lichtquelle waren im Inneren einer Kiste. Durch ein System aus Linsen und/oder auch Spiegeln wurde das Licht dann so nach außen geleitet, dass auf einem einige Meter weit entfernten hellen Schirm, etwa einer Wand, eine möglichst scharfe und bunte Projektion des Bildes entstand. Die Laterna magica war von etwa 1700 bis fast 1900 eine beliebte Attraktion, die unter anderem von wandernden „Lanternisten“ gegen Bezahlung vorgeführt wurde. [1] Dabei kämpften die Bauer und Vorführen mit einigen praktischen Problemen.
Herstellung und Betrieb: eher schwierig
Schwache Lichtquelle
Rauchabfuhr
Lichtbündelung
Farbenschutz
Raumabdunkelung
Dunkeladaption
Linsen
Während sich reiche Bürger und Adelige oder erfolgreiche Wissenschaftler teure und gute Geräte leisten konnten, mussten sich die einfachen Leute mit wenig Geld mit den minderwertigen Geräten von wandernden Schaustellern begnügen. Es waren vor allem Männer aus der französischen Gegend Savoyen, im Grenzgebiet von Frankreich, Italien und der Schweiz, die alleine oder sogar mit ihrer Familie von Dorf zu Dorf oder Stadt zu Stadt zogen und Privatleuten gegen Bezahlung eine Vorführung anboten. Die ganze Ausrüstung wurde dabei auf dem Rücken getragen. Reich wurde damit wohl niemand. Die Geschichte dieser Savoyards ist lebendig und einfühlsam beschrieben in Mannonis sehr empfehlenswerten Buch über die Vorgeschichte des Kinos. [1]
Fußnoten
- [1] Eine sehr ausführlich (Kultur)Geschichte der Laterna magica findet man in: Laurent Mannoni: The Great Art of Light and Shadow. Archeology of the Cinema. Aus dem Französischen übersetzt von Richard Crange. University of Exeter Press, Devon (UK), 2000. Original: Le Grand Art de la Lumière et de l'Ombre (1995).