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Bindungsproblem


Neurowissenschaften


Definition


Als Bindungsproblem bezeichnet man in den Neurowissenschaften eine Reihe von Fragen, die sich darum drehen, wie räumlich und zeitlich verteilte Informationen für Prozesse der Wahrnehmung, der Entscheidungsfindung und Handlung zusammengefügt werden. Das Bindungsproblem der Neurowissenschaften ist eng verwandt aber nicht identisch mit dem Kombinationsproblem der Philosophie des Geistes. Das ist hier kurz vorgestellt.

Das Bindungsproblem der Neurowissenschaften


Das Wort Bindungsproblem, auf Englisch binding problem wird vorzugsweise im Zusammenhang mit den Neurowissenschaften verwendet[7][36], oft in Verbindung mit Konzepten der Informatik[2][11]. Die Grundfrage ist dabei, wie räumlich und zeitlich verteilte Aktivitäten von Zellen des Gehirns so zusammenarbeiten, dass daraus integriere Wahrnehmungen, Entscheidungen und Handlungen entstehen[1]. Eine wichtige Rolle scheint dabei die Synchronisationen über gemeinsame Schwingungen zu spielen[15][25]. Auffällig ist das Fehlen von eher philosophisch relevanten Begriffen wie Bewusstsein, Geist, Seele oder Psyche in Literturlisten zum Bindungsproblem. Die neurowissenschaftlichen Erklärungsversuche des Bindungsproblem scheinen vorrangig materialistisch motiviert zu sein. Eng verwandt mit dem Bindungsproblem ist das Konzept verteilter Systeme (distributed systems) aus der Informatik, etwa ein Multiagentensystem ↗

Das Kombinationsproblem der Psychologie


Verwandt mit dem Bindungsproblem, aber nicht identisch gebraucht, ist die Idee des Kombinationsproblem der Psychologie und Philosophie. Hier ist die zentrale Frage, wie aus verteilten Bewusstseinen, dem hypothetische Mind-stuff[38] oder Zellseelen[39] ein übergeordnetes, ganzes Bewusstsein werden soll. Eine frühe Formulierung findet sich bereits bei William James[40]. Siehe auch Kombinationsproblem ↗

Fußnoten